Paartalbahn Nachrichtenarchiv 2001

Kalter Freitag legte die Paartalbahn in den Morgenstunden lahm 15-12-2001
Schrobenhausen - Am Morgen des 14.12.01 ging auf der Paartalbahn zwischen Ingolstadt und Augsburg vorübergehend überhaupt nichts mehr. Ein Zug funktionierte nicht, ein anderer blieb in Aichach mit einem Kupplungsproblem liegen. Fieberhaft versuchten Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG auf die Schnelle, Busse heranzuschaffen. Stundenlang ging alles drunter und drüber. Etliche Pendler kamen erst mit Verspätung in die Arbeit. Doch die Bahn AG tat alles, um schnelle Abhilfe zu schaffen. "Wir konnten immerhin im Wechsel einen Takt mit Zug und einen mit Bussen anbieten", berichtete Horst Staimer, Pressesprecher der Bahn AG in München, am Freitag auf Anfrage. "Es ist immer schwierig, den Bahnbetrieb kurzfristig auf Busse umzustellen." Woran das Versagen gleich mehrerer Züge vom Typ VT 642 lag, konnte er gestern noch nicht sagen. "Die Fahrzeuge sind in der Werkstatt und werden repariert", teilte der Bahnsprecher nur mit. War es in der kältesten Nacht des Jahres vielleicht auch den Zügen zu kalt geworden? Wie die Meteorologen vom Flugplatz in Neuburg mitteilten, waren die Temparaturen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen immerhin auf minus 15 Grad gesunken - eine der kältesten Nächte seit langem also. "Dass es einen grundsätzlichen Systemfehler beim VT 642 gibt, würde ich nicht unterschreiben wollen", meinte Horst Staimer. Die Fahrzeuge der jüngsten Generation seien in mehreren Regionen der Bundesrepublik immerhin schon seit zwei Jahren im Einsatz, und dort habe es auch schon Winter gegeben. Genaueres werde man aber erst nach den Analysen wissen. Ab 14 Uhr sei es gelungen, wieder einen geregelten Bahnbetrieb anzubieten, aber auch dann noch nicht mit dem gewohnten Platzangebot.

Grünes Licht für Regio-Schienen-Takt
Landtag stimmt dem S-Bahn-ähnlichen Ausbau des Nahverkehrs im Großraum zu
13-12-2001
Augsburg - Die Weichen für einen S-Bahn-ähnlichen Nahverkehr im Großraum Augsburg sind gestellt: Gestern beschloss der Landtag einstimmig, den „Regio-Schienen-Takt Augsburg“ in den Gesamtverkehrsplan Bayern aufzunehmen. Nach langen Hin und Her im Vorfeld zeigte man sich beim Augsburger Verkehrsverbund (AVV) erleichtert: „Wir geraten neben München und Nürnberg nicht in Vergessenheit“, so Geschäftsführer Helmut Hofmann. Nahverkehrskunden müssen sich bei der Realisierung des neuen Konzepts aber noch bis 2004 gedulden. Das Konzept mit einem 15-Minuten-Takt auf den Regionalbahnstrecken und einer Neuordnung der Linien hat der AVV schon 1997 erarbeitet. Zuletzt war es aber aus jenen Plänen des Freistaats herausgefallen, die eine finanzielle Förderung des Projekts erst möglich machen. Monatelange Proteste heimischer Politiker von CSU, SPD und vor allem auch der Grünen hatten nun Erfolg: Der Landtag stimmte gestern doch noch zu, den Regio-Schienen-Takt Augsburg in den Gesamtverkehrsplan und künftige Schienen-Nahverkehrspläne aufzunehmen. Die finanzielle Absicherung soll „geprüft“ werden. Freude gestern bei den Grünen: „Die Staatsregierung muss den drittgrößten Nahverkehrsraum gebührend berücksichtigen“, so Stadtrat Reiner Erben. Nun müssten schnellstmöglich finanzielle Mittel für den Ausbau bereitgestellt werden. Veranschlagt waren bislang rund 20 Millionen Mark.
Von heute auf morgen wird der Regio-Schienen-Takt allerdings nicht umzusetzen sein, das machte gestern ein Sprecher im Wirtschaftsministerium deutlich. Die Aufnahme in den Gesamtverkehrsplan sei erst einmal die politische Absichtserklärung, so Stefan Schell. Welche Projekte dann konkret umgesetzt werden, ermitteln zurzeit noch Gutachter der Firma SMA im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des AVV. Die Ergebnisse sollen Anfang 2002 vorliegen, hieß es im Ministerium. Anschließend sollen die Finanzierungsfragen geklärt werden. Konkret umgesetzt werden könne der Regio-Schienen-Takt erst ab dem Jahr 2004, wenn die Bahnstrecke Augsburg - München bis Mering viergleisig ausgebaut ist, so Schell. „Jetzt bremst der Fernverkehr noch den Nahverkehr aus“, so AVV-Geschäftsführer Hofmann. Mit dem viergleisigen Ausbau stehe aber mehr Kapazität zur Verfügung. Sein Ziel ist, 2004 eine erste Stufe des Regio-Schienen-Taktes umzusetzen. Danach sollen auf der Strecke Augsburg - Mering - München unter anderem möglichst viele Regionalbahnen im 15-Minuten-Takt fahren. Auf der Paartalbahn in Richtung Ingolstadt sollen die Fahrzeiten mit neuen Überholgleisen so verkürzt werden, dass für die Kunden ein attraktiveres Takt-Angebot entsteht. Im zweiten Schritt sieht das AVV-Konzept vor, möglichst alle Takt-Lücken auf den Regionalbahnlinien zu schließen und die Linien neu zu bündeln. Vorteil für Fahrgäste: Wichtige Haltepunkte wie Messe oder Haunstetter Straße sind dann teils ohne Umsteigen am Hauptbahnhof erreichbar.

S-Bahn Linie S12 Aichach - Altomünster - Dachau - München Hbf bis 2010 machbar 17-11-2001
Friedberg - Um den Großraum Altbayern / Wittelsbacher Land in Verbindung mit der Paartalbahn attraktiver zu gestallten wäre eine Verbindung von Dachau über Altomünster zur Paartalbahn Wünschenswert. Zu diesem Ergebnis ist eine Arbeitsgruppe der Paartalbahn Internetseite gekommen. Die Arbeitsgruppe fordert den Ausbau der Strecke Dachach – Altomünster nach Aichach und hat dabei folgendes Konzept erarbeitet: Die jetzige S-Bahn Linie A wird grundsätzlich bis München Hbf weitergeführt und erhält einen durchgehenden Halbstundentakt. Zur besseren Anbindung der Region zwischen Augsburg und Ingolstadt, wird die Strecke von Altomünster über Wollomoos und Klingen nach Aichach verlängert. Aus Richtung Aichach kommend besteht in Dachau Anschluss an die Linie nach Ingolstadt. Die heutigen Dieseltriebwagen der Linie A sollen durch elektrische S-Bahn Züge ersetzt werden. Eine Realisierung der Strecke bis 2010 wäre durchaus machbar so das Ergebnis der Arbeitsgruppe. Zwischen Aichach und Altomünster müssten etwa 10km Schiene verlegt werden und schon ist die Paartallinie mit der S-Bahn nach München verbunden. Ein Streckenplan sowie eine Detaillierte Beschreibung der Künftigen S-Bahn Linie 12 finden Sie an heute in der Rubrik „Zukunft“ auf der Paartalbahn Internetseite.

Im 15-Minuten-Takt mit dem Bus durch Friedberg 10-11-2001
Friedberg - Ein Arbeitskreis von Verkehrsfachleuten und Mitgliedern der Lokalen Agenda 21 macht sich jetzt daran, ein Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr in Friedberg zu entwickeln. Federführend ist die Consulting-Abteilung des Münchner Verkehrsverbundes (MVV), die sich dabei auf eine Diplomarbeit von Augsburger fachhochschul-Studenten stützt. In der jüngsten Sitzung des Friedberger Bauausschusses stellte Prof. Manfred Schnell von der lokalen Agenda das Ergebnis der Diplomarbeit von Steffen Mack und Andreas Simson vor. Die beiden Studenten haben vier Varianten für ein innerstädtisches Busnetz entwickelt, die auf den vorhandenen Angeboten der VGA und des AVV aufbauen: Konzept A: Die VGA-Linie 36 wird nicht mehr durch die Innenstadt geführt, sondern zum Friedberger Bahnhof. Von dort aus gehen zwei Ringlinien im 30-Minuten-Takt nach Friedberg-Süd und Friedberg-Ost. Die Mehrkosten - ohne Abzug eventueller Mehreinnahmen und Einsparungen - betragen 1,4 Millionen Mark pro Jahr Konzept A+: Hier kommt eine dritte Linie hinzu, die Wiffertshausen, das Gewerbegebiet Röntgenstraße, St. Afra und Lindenau an den Knotenpunkt Bahnhof anbindet. Mehrkosten 1,7 Millionen Mark. Konzept B: Eine Schnellbuslinie mit Haltepunkten am Hauptbahnhof, am Königsplatz und an der City-Galerie verbindet Augsburg mit Friedberg. Vom Bahnhof aus gibt es wiederum zwei Linien in Nord-Süd- bzw. Ost-West-Richtung. Die Mehrkosten werden auf 2,7 Millionen Mark geschätzt. Konzept C: Diese „Maximallösung“ reicht mit insgesamt fünf Linien über die Kernstadt hinaus und bindet bei insgesamt lockereren Taktzeiten auch die Stadtteile direkt an den Bahnhof als Umsteigeplatz an. Dafür sind Mehrausgaben von 2,3 Millionen Mark nötig. Darüber hinaus könnte der Nahverkehr mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen kurzfristig und hohe Kosten verbessert werden. Schnell nannte zum Beispiel zusätzliche Haltestelle, etwa an der Münchner Straße in höhe Frühlingsstraße oder beim neuen Lidl-Markt unterm Berg, die Wiedereröffnung des Zughaltespunktes Paar oder Vorrangschaltungen für Busse an den Ampeln. Auch die Einrichtung eines Koordinationsstelle für den Nahverkehr bei der Stadt regte er an. In der anschließenden Diskussion befürworteten die Stadträte schließlich ein Konzept, das auch die Ortsteile einbezieht. Dr. Markus Haller von MMV Consulting betonte jedoch, dass seine Firma bestehende Linien nicht völlig neu entwickle, sondern nur optimieren und in ein Gesamtnetz einbinde. Deutlich wurde auch, dass Friedberg für ein solches verbessertes Angebot in die eigene Tasche greifen muss: Zwar ist eigentlich der Landkreis für den Nahverkehr zuständig, doch in vielen anderen Orten mit einem autarken Bussystem kommen dafür die Städte bzw. Gemeinden auf. Prof. Schnell setzt zur Finanzierung auch auf die Erschließung neuer Fahrgastpotentiale: Wenn 4000 Friedberger Haushalte monatlich nur zehn Mark für ein Busticket bezahlen würden, könnte man damit bereits einen Bus samt Fahrer finanzieren.

Erste Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Güterverkehr auf der Paartalbahn schwierig wird 06-11-2001
Schrobenhausen - Entlang der Paartalbahn zwischen Augsburg und Ingolstadt wird es schwierig, den Güterverkehr auf der Schiene wieder zu beleben. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Untersuchung, die der Verein MAI im Sommer unter dem Titel "Güterverkehr auf die Paartalbahn" in Auftrag gegeben hat. Am morgigen Mittwoch werden zu diesem Thema zwei Gespräche stattfinden: eines in der Steuerungsgruppe von MAI und eines beim Schrobenhausener Unternehmen Südstärke. Bürgermeister Josef Plöckl zeigte sich nicht verwundert über die Gutachterergebnisse. Es sei schwierig, entlang der Paartalbahn genügend Potenziale für den Güterverkehr zu finden, kommt Stefan Blaas nach mehrmonatigen Untersuchungen zu einem ersten Ergebnis. Der Unternehmensberater der Süddeutschen Consultants in Augsburg, die im Auftrag des Vereins MAI (München Augsburg Ingolstadt) den Güterverkehr auf die Paartalbahn heben sollte, will daher nun auch auf den Versuchsbetrieb auf der Paartalschiene verzichten. Die Demonstrationsfahrt, die den heimischen Unternehmen zeigen sollte, dass sich Güter zu wirtschaftlichen Preisen auf Gleisen transportieren lassen, war ursprünglich für den Herbst dieses Jahres geplant. Sie wird es nicht mehr geben, ist sich Blaas im Gespräch mit der Schrobenhausener Zeitung sicher. Am morgigen Mittwoch will Blaas seine ersten Untersuchungsergebnisse in einer Sitzung der Steuerungsgruppe von MAI vorstellen. Dann solle das weitere Vorgehen beraten werden. Blaas will den MAI-Mitgliedern vorschlagen, eine weitergehende Untersuchung anzustellen. Dabei soll vor allem der kombinierte Verkehr Schiene/ Lastwagen nochmals genau unter die Lupe genommen werden. Für Blaas ist damit also das Thema Güterverkehr auf der Paartalbahn noch nicht ganz vom Tisch. Die Gütermengen entlang der Schiene seien schon interessant, sagt der Berater. Es gebe Firmen wie Leinfelder und Südstärke, die zahlreiche Güter umschlügen. Doch alle diese Güter auf der Schiene zu transportieren habe sich nach Blaas' Worten als schwierig erwiesen. Der Grund liege vor allem darin, dass die Güter zu viele unterschiedliche Zielorte hätten. Gingen ganze Waggonladungen ausschließlich aus der heimischen Region in eine andere Region, rechne sich das Vorhaben schon. Doch bei den derzeitigen Konstellationen sei der Lastwagen nach wie vor noch preiswerter als der Güterzug. In Schrobenhausen hat die Süddeutsche Consultants noch ein anderes Problem. Ein möglicher Interessent für einen Teil des Ytong-Geländes sei wieder abgesprungen. Den bezeichnete Blaas als interessanten Kandidaten für den Güterverkehr auf der Schiene. Ohne eine Firma, die viele Güter auf der Schiene transportieren lassen wolle, sei das Vorhaben schwer umzusetzen. Selbst die Idee, die Kohleanlieferungen für das Heizkraftwerk der Firma Leinfelder auf die Schiene zu verlegen, habe sich nach Blaas' Angaben als unwirtschaftlich erwiesen. Auch der Einsatz von Wechselbrücken für Lastzüge, die nach Ingolstadt gebracht würden, rechne sich wirtschaftlich nicht. Mehr als drei bis vier Waggons am Tag kämen für diese Transportart nicht in Frage. Auch bei der Südstärke sieht Blaas nicht genügend Gütertonnage, um einen wirtschaftlichen Güterverkehr aufzuziehen. "Es gibt ein paar Hoffnungsschimmer, die weiter untersucht werden sollen", gibt sich Blaas zuversichtlich. Doch auf die noch im Sommer angekündigte Demonstrationsfahrt eines Güterzuges auf der Paartalbahn will Blaas nun verzichten. "Damit würden wir ein trügerisches Feuerwerk zünden", sagt Blaas. Dafür könne und wolle er keine Verantwortung übernehmen. Schrobenhausens Bürgermeister Josef Plöckl erstaunen die ersten Ergebnisse nicht besonders. "Das kann ich mir gut vorstellen", sagte Plöckl auf Nachfrage. Doch auch er will den Güterverkehr noch nicht ganz ad acta legen. "Wir können keine Todeserklärung für etwas abgeben, wofür wir als Kommune nicht zuständig sind", sagt Plöckl. Politisch müssten alle Möglichkeiten für den Güterverkehr auf der Paartalbahn abgeklopft werden. Doch die Schuldigen sieht Plöckl an ganz anderer Stelle. Er gibt den Spielball für den mangelnden Güterverkehr an die Bahn AG weiter. "Die Bahn hat Aufgaben für die Bevölkerung zu erledigen", meint das Stadtoberhaupt, "und dafür muss die Bahn auch schon mal draufzahlen." Schließlich, so Plöckl weiter, betreibe die Stadt auch Einrichtungen, die nicht kostendeckend arbeiten würden. In Sachen Paartalbahn meint Plöckl daher auch, dass "die falschen Leute das Vorhaben in die Hand genommen haben". Damit will sich Plöckl nicht gegen die Süddeutsche Consultants aussprechen. "Das wäre eine Aufgabe für die Bahn AG gewesen", bekräftigt Plöckl nochmals. Die Firmen, für die der Güterverkehr interessant sein könnte, müssten sich darüber im Klaren sein, dass ein Gleisanschluss ihr Geld kosten würde. Als eine interessante Firma für den Güterverkehr auf der Schiene sieht Plöckl in Schrobenhausen ausschließlich die Südstärke. Gemeinsam mit Landrat Richard Keßler hat Plöckl am morgigen Mittwoch ein Gespräch mit der Südstärke-Führung. Dabei werde es neben den Straßenbauproblemen am Hubertuseck auch um den Güterverkehr auf der Bahn gehen. "Wir haben überhaupt nichts dagegen, wenn die Straße durch ein Güterverkehrsgleis gequert wird", sagt Plöckl. Der Bebauungsplan der Stadt für das Hubertuseck eröffne alle Optionen.

Strecke Augsburger Hbf - Hochzoll war stundenlang gesperrt 23-10-2001
Tausende Bahn-Reisende waren gestern Nachmittag nicht zu beneiden: Weil die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Hochzoll stundenlang komplett gesperrt war, kam es zu erheblichen Behinderungen. Ungezählte Züge mussten umgeleitet werden, zwischen Hauptbahnhof und Kissing verkehrten Ersatzbusse und auf der Paartallinie vielen Züge aus. Die Folge: Bahnreisende mussten erhebliche Verspätungen in Kauf nehmen. Schuld der folgenreichen Behinderungen war ein Oberleitungsschaden bei der Lechbrücke in Hochzoll. Gestern Nachmittag gegen 12.15 Uhr: Während der Arbeiten zum vierspurigen Ausbau der Zugstrecke Augsburg - München stieß ein Bagger bei der Lechbrücke gegen die Oberleitung. Der Schaden ist laut Deutsche-Bahn-Sprecherin Daniela Blas so groß, dass auf dem Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Hochzoll nichts mehr ging - die Zugstrecke musste komplett gesperrt werden. Dies hatte weit reichende Folgen. Gegen 15.20 Uhr auf Gleis 4 des Hauptbahnhofes: Sybille Toden aus Utting am Ammersee hatte eigentlich mit dem ICE 788 um 12.23 Uhr nach Hamburg fahren wollen. Doch der Zug blieb im Bahnhof Hochzoll stehen. Sybille Toden wartete vergeblich - mehr als drei Stunden lang. „Ich will niemanden beschimpfen. So etwas kann immer passieren.“ Sie habe zuerst ein Buch gelesen, ist dann zum Essen gegangen. „Und dann hab ich krampfhaft eine Möglichkeit gesucht, nach Norden zu fahren“, schildert sie ihre Situation. Dann hat das lange Warten ein Ende. Der ICE 788 fährt auf Gleis 4 ein - von einer Diesellok gezogen. „Wir standen jetzt drei Stunden im Hochzoller Bahnhof. Weil der Strom ausgefallen war, gingen auch die Lautsprecher nicht. Wir sind mindestens sechsmal durch den Zug gegangen und haben die Leute informiert“, berichtet ein Zugbegleiter. Seine Kollegin Nuray Arslan (23) macht den Fahrgästen ein großes Kompliment: „Die Leute waren sehr nett und geduldig“. Jeder habe ein Freigetränk bekommen, einen Gutschein über 50 Mark und eine Ermäßigung für die nächste Bahnfahrt. Fast alle Passagiere, so die übereinstimmende Beobachtung des ICE-Personals, habe sich ohne Murren in ihr Schicksal ergeben. „Schließlich kann man ja nichts machen.“ Ehe der ICE 788 nach Hamburg startet, dauert es aber noch bis 15.49 Uhr. Die Diesellok wird abgekuppelt, der ICE-Führer muss die gesamte Elektronik hochfahren. „Und dann muss er via Computer mindestens dreimal die Bremsen testen“, erklärt ein Zugbegleiter, der wie seine Kollegen etliche Überstunden machen muss. Weil einige Fernzüge auf der Strecke standen, habe teilweise auch das Personal für andere Züge gefehlt. „Da haben viele auf ihre Ablösung warten müssen.“ Auf einigen Gleisen sind regelrechte „Geisterzüge“ zu sehen, so der ICE 791, der von Oldenburg kommend nach München wollte. Er schaffte es nur bis Augsburg. Während gegen 16 Uhr nach und nach ICE in Richtung Norden starten, müssen Reisende nach München in die zwölf Ersatzbusse der VGA umsteigen, die bereits auf dem Bahnhofsvorplatz warten. Die Busse bringen die Fahrgäste nach Mering. Dort warten Züge in die Landeshauptstadt. Regionalzüge der Ammerseebahn fuhren bis Mering bzw. über Kaufering zum Hauptbahnhof; Regionalzüge von und nach Ingolstadt wendeten in Hochzoll. Fernverkehr München - Stuttgart wurde über Ingolstadt und Donauwörth umgeleitet, Züge in Richtung Nürnberg fuhren über Ingolstadt. Gegen 16.15 Uhr war der Schaden teilweise behoben, die Strecke eingleisig wieder befahrbar. Züge auf den Strecken München - Dortmund und München - Hannover fuhren wieder - aber mit erheblichen Verspätungen. Das zweite Gleis war um 19 Uhr wieder befahrbar.

Alle fahren auf die Regional-S-Bahn ab - Auch Augsburger Verkehrsverbund unterstützt Konzept 10-10-2001
Landkreis Augsburg/Neusäß - Züge im 15-Minuten-Takt nach Augsburg und in die Region, zusätzliche Haltepunkte und durchgebundene Züge am Augsburger Hauptbahnhof unter anderem nach Schwabmünchen und Dinkelscherben - dieser Forderung haben die Kreisverbände Augsburg, Augsburg Land und Aichach-Friedberg mit einer Resolution bei ihrer „Nahverkehrskonferenz“ in der Neusässer Stadthalle Nachdruck verliehen. „Das heiße Eisen - Schienennahverkehr im Großraum Augsburg“ lautete das Motto des Abends. Die Neusässer Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Silvia Dassler, erinnerte, dass 1996 das Konzept des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV) eines S-Bahn-ähnlichen Verkehrs erstmals vorgestellt worden war. Doch seit der „Diedorfer Erklärung“ von damals sei nichts passiert. 1998 war das AVV-Konzept als Regionaler Nahverkehrsplan zwar vom Augsburger Stadtrat und den beiden Kreistagen beschlossen worden, der Plan bisher noch nicht in den Gesamtverkehrsplan aufgenommen worden. Der Neusässer Bürgermeister Dr. Manfred Nozar beklagte, dass der Landkreis Augsburg mit bayerischen Zuschüssen für den Regionalnahverkehr in den letzten Jahrzehnten schlecht bedient worden sei. Andererseits hob er auch die gute Busverbindung von Neusäß zur Augsburger Fuggerstraße hervor. „Ein S-Bahn-Netz darf für die Stadt Neusäß keine Verschlechterung bringen“, so der Bürgermeister. Andererseits seien beispielsweise die derzeitigen Zubringerdienste zu den alten Bahnhöfen in Neusäß und Westheim nicht gerade ideal. Der Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Albert Schmidt, bezeichnete die angedachte Erweiterung der Münchner S-Bahn-Linie von Nannhofen nach Augsburg als „Alibiveranstaltung“: „Uns geht es um eine Verbesserung des Augsburger Regionalverkehrs.“ Nach Darstellung von Raimund Kamm (Bund Naturschutz) leiden besonders die Gemeinden rund um Augsburg, wie beispielsweise Neusäß, an dem dichten Durchgangsverkehr in die Lechmetropole. „Was ging es uns besser, wenn wir die Weldenbahn noch hätten“, sagte Kamm. „Wir müssen endlich die Bahnverbindungen in alle vier Himmelsrichtungen mehr ausbauen“ - nach Dinkelscherben im Westen, Donauwörth und Meitingen im Norden ebenso wie nach Schwabmünchen im Süden oder Aichach im Osten. Neben der Umsetzung des AVV-S-Bahn-Konzepts rief Kamm auch zum „Kampf für gescheite Bahnhöfe, zum Beispiel in Diedorf“, auf: „Es kann nicht sein, dass Leute dort in die Ecken urinieren. An einem Bahnhof will ich mich wohlfühlen, nicht im Regen stehen.“ Zur „Ehrenrettung“ der derzeitigen Situation im Regionalverkehr sagte AVV-Geschäftsführer Dr. Arno Ruile: „So schlecht ist es gar nicht.“ Immerhin fahren pro Tag 425 Züge auf sechs Regionalbahn-Strecken. Er räumte ein, dass der regionale Schienenverkehr den heutigen Ansprüchen nicht mehr genüge. Ruile pries die Vorzüge des S-Bahn-Konzepts. Durch die Schaffung von Durchmesser-Linien, die nicht mehr am Augsburger Hautbahnhof beginnen und enden, entstünden optimale und zeitsparende Direktverbindungen, zum Beispiel von Meitingen nach Mering. Ruile nannte interessante Zahlen. So würde ein durchgehender Zug von Neusäß zum Messezentrum nur 12 Minuten brauchen. Weitere Beispiele: Hirblinger Straße-Hochzoll 11 Minuten (bisher 40), Oberhausen-Universität 16 (bisher 28). Als wieder eingerichteter, zusätzliche Haltepunkt ist unter anderem Bärenkeller/Hirblinger Straße angedacht. Neben einer besseren Vertaktung sollen auch moderne Züge fahren.

Augsburg HBF wird modernisiert 01-10-2001
Augsburg - Der Augsburger Hauptbahnhof wird in den nächsten Monaten modernisiert. So sollen weitere Gepäck-Förderbänder installiert werden und die Zugzielanzeigen erneuert werden. Auch der kleine Abfahrtsmonitor in der Eingangshalle soll einer großen Anzeigetafel weichen. Zudem stehen Ausbesserungsmaßnahmen z. B. an Dächern und Wänden an.

Umleitung AVV-Linien wegen Gleisbauarbeiten 20-09-2001
Aichach - Wegen Gleisbauarbeiten wird der Bahnübergang in der Donauwörther Straße in Aichach von Freitag, 28 September bis Mittwoch, 3. Oktober für den Verkehr geesperrt. Der Verkehr wird großräumig umgeleitet. Wegen einer Teilsperrung der Münchener Straße in Aichach werden vom 21. September bis voraussichtlich 21. November die Regionalbuslinien 206, 244 und 250 umgeleitet. Die Haltestelle Aichach Landratsamt kann in dieser Zeit nicht angefahren werden. Als Ersatz dient die Haltestelle Augsburger  Uhr bis Mittwoch, Straße. Verlauf der betroffenen Linien: 206 Augsburg - Friedberg - Wiffertshausen - Paar - Harthausen - Dasing - Gallenbach - Ecknach - Aichach; 244 Xyger - Obermauerbach - Untermauerbach - Untergriesbach - Aichach; 250 Adelzhausen - Hohenzell - Kiemertshofen - Tödtenried-Sielenbach - Klingen - Aichach.

Das Erreichte ist nicht genug - CSU-Politiker ziehen positive Bilanz und fordern weitere Verbesserungen 07-08-2001
Aichach/Friedberg - Eine positive Bilanz über die Nahverkehrsentwicklung im Großraum Augsburg haben kürzlich die CSU-Mandatsträger aus Augsburg und den Landkreisen Aichach-Friedberg und Augsburg gezogen. Seit 1992 habe der Verkehr auf den Regionalbahnlinien um 37,5 Prozent und die Zahl der Fahrgäste seit 1995 um rund 20 Prozent zugenommen. Allein auf der Paartalbahn, so CSU-Landtagsabgeordneter Christian Knauer, habe sich der Zugverkehr mit einer Zunahme von 65 Prozent weit mehr als verdoppelt. Im Frühjahr konnte der gesamte Zugverkehr auf der Paartalbahn auf neue attraktive Fahrzeuge umgestellt werden. Ergänzt werde die Schiene als Rückgrat des Verkehrssystems durch den Regionalbus. So würden im AVV-Gebiet durch 104 Buslinien alle Orte mit mehr als 200 Einwohner zwischenzeitlich erschlossen, 800 Anschlüsse gewährleisteten einen direkten Umstieg von Bus und Zug. Trotz der täglich rund 5700 beförderten Personen halten die CSU-Landtagsabgeordneten Christian Knauer, Bernd Kränzle, Max Strehle und Sebastian Kuchenbaur diesen Anteil für zu gering. Deswegen wollen sie gemeinsam mit ihren Bundestagskollegen Eduard Oswald und Dr. Christian Ruck sowie dem Oberbürgermeister und den Landräten für weitere Verbesserungen eintreten. Für Fahrten, die über den Augsburger Hauptbahnhof gingen, seien durch die Einrichtung so genannte „Durchmesserlinien“ wesentlich kürzere Fahrzeiten zu erreichen. Um eine Verdichtung des Taktverkehrs zu ermöglichen, wolle man zusammen mit dem Augsburger Verkehrsverbund für die Beseitigung von Engpässen im Netz eintreten. Hierzu sei ein zweigleisiger Abschnitt zwischen Friedberg und Paar erforderlich. Ohne die Investitionen in die Ballungszentren München und Nürnberg in Frage stellen zu wollen, müsse auch die Region Augsburg verkehrspolitisch angemessen zum Zuge kommen. Für eine bessere Erschließung des Kundenpotentials seien - so Knauer - der Bau neuer Haltepunkte, deren behindertengerechter Ausbau und Bahnsteigveränderungen dringend notwendig. Im Landkreis Aichach-Friedberg strebe man die Wiederbelebung des Haltepunkts in Paar an. Außerdem müsse das Park + Ride-Ausbauprogramm zügig umgesetzt werden. Nachdem die Mittel vom Freistaat zur Verfügung gestellt wurden, sei nunmehr die Bahn am Zug. Gemeinsam im Auge behalten wollen die CSU-Mandatsträger die Fahrplangestaltung nach Fertigstellung der ICE-Strecke München-Ingolstadt. Es dürfe durch den Wegfall von Fernzügen nicht zu Benachteiligungen der Pendler zwischen München und Augsburg kommen. Nach Beendigung des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Mering-München strebe man dort eine Verdichtung des Taktverkehrs auf 30 Minuten ganztägig und 15 Minuten in den Hauptverkehrszeiten an. Vollständig realisieren möchte man auch den ganztägigen Halbstundentakt auf der Paartallinie zwischen Augsburg und Aichach. Als unrealistisch bezeichneten die CSU-Abgeordneten jüngste Forderungen von Rot-Grün nach einer S-Bahn im Bereich Augsburg. Noch bis vor kurzem war man sich über die Parteigrenzen im Landtag hinweg einig, durch die Durchbindung der Strecken und Taktverdichtungen einen leistungsfähigen Regioverkehr aufzubauen. Mit der Umsetzung der bereits im Landtag gefassten Beschlüsse könne nach Fertigstellung der großen DB-Baumaßnahmen zwischen Augsburg und München sowie Ingolstadt und der Landeshauptstadt begonnen werden.

Zug fuhr ab: Hund drin, Herrchen draußen 06-08-2001
Augsburg - Konrad K. aus Augsburg wird die Aufregung um seine achtjährige Jagdhündin „Tussi“ so schnell nicht vergessen. Und mit der Bahn wird er auch so schnell nicht mehr fahren. Denn als der 59-Jährige nach einem Radausflug von Aichach aus mit der Paartalbahn nach Augsburg zurückfahren wollte, schlossen sich völlig überraschend die Türen und der Zug setzte sich in Bewegung. Hund „Tussi“ war schon drin, das Herrchen stand noch auf dem Bahnsteig. Konrad K. und seine Frau Lissy waren von Augsburg aus nach Aichach geradelt, um sich die Stadt anzuschauen. Jagdhündin „Tussi“ war natürlich mit dabei. Am späten Nachmittag wollte das Ehepaar zusammen mit dem Vierbeiner mit dem Zug zurückfahren. Der hypermoderne Triebwagen mit der Bezeichnung VT 642, der seit Juni auf der Paartalstrecke verkehrt, stoppte. Konrad K.: „Meine Frau hievte den Hund zuerst in den Wagen. Dann wollten wir die Räder hineinstellen. Doch plötzlich ging die Türe zu. Der Zug fuhr einfach ab - mit unserem Hund.“ Er und seine Frau seien nicht die einzigen gewesen, die völlig perplex auf dem Bahnsteig zurück geblieben waren, so der Augsburger. „Da standen auch noch andere Leute und schimpften.“ Wenn Konrad K. nach diesem Vorfall auch nicht gut auf die Bahn zu sprechen war, so lobt er doch die Reaktion des Aichacher Fahrdienstleiters: „Der setzte alle Hebel in Bewegung.“ Weil der Zugführer des Triebwagens den Funk nicht eingeschaltet hatte, wurde der Bahnhof in Dasing informiert. Als der Triebwagen dort stoppte, holte eine Bahnbediensteten die Jagdhündin aus dem Zug. Konrad und Lissy K. reisten mit dem folgenden Zug nach. „Tussi“ erwartete Herrchen und Frauchen schon Schwanz wedelnd. „Was wäre passiert, wenn wir nicht so einen gutmütigen Hund hätten, sondern einen, der vielleicht im Zug ausgerastet wäre?“ fragt der 59-jährige. Er kann nicht verstehen, dass bei der Abfahrt des Zuges niemand den Überblick auf dem Bahnsteig hat. „Ich habe keinen Zugbegleiter gesehen. Da war niemand da, der das Abfahrtssignal gab.“ Der Sprecher der Bahn AG in München, Franz Lindemair, bestätigt die Beobachtung: „In den neuen, kurzen Triebwagen gibt es keinen Zugbegleiter mehr. Der Triebwagenführer sitzt hinter einer Glasscheibe, kann beobachten, was im Zug vor sich geht und schaut, bevor er abfährt, aus dem Fenster, ob sich noch jemand in einer Tür befindet. Im Prinzip ist das jetzt wie in einer S-Bahn.“ Die Tatsache, dass auf dem Bahnsteig noch Menschen stehen, sei für den Zugführer nicht relevant. „Die können ausgestiegen sein, oder es können Leute sein, die jemand zum Zug begleitet haben, draußen stehen und winken.“ Der Triebwagenführer spekuliere nicht, so Franz Lindemeir. „Für ihn stellt sich nur die Frage: Steht noch jemand in der Tür oder nicht? Wenn nicht, dann schließt er die Türen, verriegelt sie und fährt ab.“ Das Türenschließen werde durch einen lauten Piepston angekündigt. Den Fahrgästen müsse klar sein, so Lindemair, dass ein Zug nicht minutenlang auf dem Bahnhof hält. Hunde, so rät der Bahnsprecher, sollte man immer an der Leine haben, wenn man mit ihm Zug fährt. Habe jemand ein Rad oder mehrere Gepäckstücke dabei, so sollte man die Türe sperren, in dem man beispielsweise ein Rad dazwischen stellt. „Dann kann die Türe nicht zugehen, der Zug nicht abfahren.“ 

Raderlebnisse und Badespass für die ganze Familie 04-08-2001
Das Wittelsbacher Land, im Landkreis Aichach-Friedberg zwischen Augsburg und München bietet Wander- und Raderlebnisse für die ganze Familie. Der Paartalwanderweg führt durch eine im tertiären Hügelland einzigartige Landschaft. Das Paartal ist eine der letzten naturnahen Flusslandschaften im Herzen Bayerns. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten haben hier ihren Lebensraum. In der Aue entfaltet sich eine vielfältige Landschaft mit Altgewässern, Auwaldresten, Röhrichtgesellschaften und Feuchtwiesen. Der Radweg verbindet den Donauradweg bei Großmehring mit dem Radweg Romantische Straße bei Friedberg. Die Route berührt die reizvollen Donau- und Paarauen, führt auf verkehrsarmen Straßen und Feldwegen entlang des kleinen Flüsschens Paar und quert Spargel- und Hopfenanbaugebiete. In Radersdorf, direkt am nördlichen Stadtrand von Aichach liegt hinter dem Bahnhof der Radersdorfer Baggersee. Für ausreichende Parkplätze ist gesorgt, Dusch- und WC-Anlagen sind vorhanden. Das Freizeitzentrum erfreut sich großer Beliebtheit und die "Seestuben" sorgt für das leibliche Wohl der Badegäste. An der Stadtgrenze von Friedberg liegt der Friedberger See der durch seine Wasserskianlage Freizeitsportler aus Nah und Fern anzeiht. Toiletten- und Duschanlagen sind installiert, Liegewiesen sowie ein Parkplatz stehen zur Verfügung. Die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn bringen Sie schnell und sicher zu Ihren Ausgangspunkten. Im Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV) ist Fahrradmitnahme auf der Paartalbahn von Augsburg bis Radersdorf sogar kostenlos. Die Treibwagen bieten im Wagen 1 ein großes Mehrzweckabteil mit Stellmöglichkeiten für Fahrräder.

Güterverkehr ist auf der Kippe
Paartalbahn: Diskussion über Güterverkehrs-Projekt auf der Schiene - Firmen sollen mitziehen 11-07-2001
Aichach/Schrobenhausen - Die Zukunft des Güterverkehrs auf der Paartalbahn steht auf der Kippe. Sie hängt von der Bereitschaft der Firmen ab, sich im Rahmen des Projektes „Güterverkehr auf die Paartalbahn“ hinsichtlich der auf die Schiene zu bringenden Gütermenge zu äußern. Bei einer Informationsveranstaltung „auf halber Strecke“ in Schrobenhausen diskutierten Firmen und Kommunen Gebietskörperschaften über den Güterverkehr auf der Bahnlinie Augsburg-Ingolstadt. Ziel des Projekts ist, die bestehende Schieneninfrastruktur wieder für den Güterverkehr zu nutzen und den Wirtschaftsraum zu stärken. Der Wirtschaftsraum München-Augsburg-Ingolstadt (MAI) hat das Projekt im Frühjahr gestartet, nachdem auf der Paartalbahn von der DB-Cargo sämtliche Verträge wegen des zusammen gebrochenen Güterverkehrs gekündigt wurden. Ziel sei es, so MAI-Vize-Vorsitzender Johannes Hintersberger (Wirtschaftsreferent der Stadt Augsburg), aus volks- und betriebswirtschaftlichen Gründen die Paartalbahn für den Güterverkehr mittelfristig wieder bzw. neu zu nutzen. Der DB-Netz und Cargo und privaten Anbietern sollen dazu Vorschläge unterbreitet werden. Der Neuburger Landrat Dr. Richard Keßler begrüßte die Initiative der MAI und betonte, dass die Bahn auch für den Güterverkehr erhalten bleiben müsse. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sage uneingeschränkt „Ja“ dazu. Keßler hatte die dringende Bitte an die Betriebe, sich konkret zum Güterverkehr auf der Paartalbahn zu äußern und damit den Kommunen für die Zukunftssicherung der Bahn den Rücken zu stärken. Schrobenhausens Erster Bürgermeister Josef Plöckl malte schwarz und sah die Straße, sprich die B300 als Parkplatz für Lastkraftwagen, während sich die Bahn aus dem Regionalverkehr zurückziehe und die Kosten für die Gleise auf die Anschlussnehmer abwälze. Auch er appellierte an die Betriebe auf, sich zu beteiligen, um feststellen zu können, ob der Schienengüterverkehr bezahlbar ist. Projektleiter Wolfgang Mahnkopf (Augs-burg) sieht es als seine Aufgabe, die Partner zusammen zu bringen und zu überzeugen, dass der Schienengüterverkehr günstiger als der Güterstraßenverkehr ist. Damit entfalle auch für die Bahn die Argumentation, die dritten Gleise in den Bahnhöfen und die Industriegleise wegen fehlender Gütermengen abzubauen. Projektant Diplombetriebswirt (FH) Stefan Blaas von der Süddeutsche Consultants Augsburg schilderte den Ablauf der Projektstudie: Marktanalyse (derzeitige Phase), danach der Businessplan mit Datensammlung und -auswertung bis September und als dritte Phase der Pilotbetrieb im Frühherbst. Nach seinen Informationen gibt es im Bereich Schrobenhausen einen Warenzugang von 626000 Tonnen pro Jahr (157 Lastwagen täglich) und einen Abgang von 445000 Tonnen pro Jahr (108 Lastwagen). Er bemängelte, dass bisher nur wenige Firmen bereit waren, Versanddaten herauszugeben. Hier sei eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit nötig, um eine ausreichende Basis zur Erhaltung der Infrastruktur zu erhalten. Zu diesem Zwecke wird für die Phase II den Betrieben eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit vorgelegt, in der ausdrücklich die Datensicherheit gewährleistet werde. Gleichzeitig diene das Untersuchungsergebnis als Pilotprojekt für vergleichbare Wirtschaftsräume Bayerns. Klaus Zenger (Firma YTONG) teilte mit, dass man Kosten in erheblichem Umfange für den Erhalt der Gleise zugesagt habe. Es wolle sich auch ein weiteres Unternehmen auf dem Betriebsgelände in Schrobenhausen ansiedeln, dass aber zur Voraussetzung einen Gleisanschluss mache. Richard Lenk (Südstärke) bekannte sich zum Anschlussgleis, das in den nächsten Jahren immer mehr benötigt werde. Derzeit bringe man 50-60000 Tonnen Fracht auf den Weg, wovon einiges auf die Schiene gebracht werden könnte. Er forderte dazu aber von der Stadt eine Überplanung des Königslacher Weges. Hans Wiedmann (Heggenstaller, Unterbernbach) ging es nur um den Versand. Weil der direkte Gleisanschluss gekappt worden ist, brauche er entsprechende Alternative. Projektleiter Wolfgang Mahnkopf brachte es zum Schluss der Informationsveranstaltung nochmals auf den Punkt: Man solle mit offenen und ehrlichen Karten spielen, denn man habe keine Zeit mehr zu verlieren.

Weniger Lärm und mehr Komfort - Was Pendler und Anwohner zur neuen Paartalbahn sagen 16-05-2001
Aichach/Friedberg - Ein dreifaches Piepen zerreißt die Morgenruhe. Es ist Signal, Weckton und eine Art Countdown in einem. Es signalisiert: „Vorsicht, die Türen schließen sich gleich.“ Oder auch: „Beeilung.“ Für etliche Menschen aus dem Kreis Aichach-Friedberg gehört das Piepen in der Früh seit Anfang Juni zur Morgenstund wie ein heißer Kaffee - das Piepen des neuen Verbrennungstriebwagens VT 642 auf der Paartallinie. Der Signal-Weck-Countdownton ist nicht das einzig Neue für die Paartal-Pendler. Hellblaue Sitze mit dunkelblauem Aufdruck, große Fenster, viel Licht - das Innenleben des äußerlich auffallend roten Triebwagens ist im Vergleich zum Vorgänger „ästhetisch befriedigender“, meint der Pendler Fritz Wolf. Der 58-jährige Aichacher hat beim Pendeln den Kühbacher Michael Richter kennen gelernt. Jeden Morgen treffen sich der Beamte und der 57-jährige Technische Angestellte am Bahnsteig, um gemeinsam in der Paartalbahn um 6.44 Uhr nach Augsburg zu fahren. Ohne Stau, ohne Ampeln, ohne Stress und ohne Parkplatzsuche. Zudem sind sie schneller am Ziel als mit dem Auto. „Wir sind richtig entspannt, wenn wir in Augsburg ankommen, und können uns im Zug auf die Arbeit vorbereiten“, erklärt Richter und freut sich, dass er das allmorgendliche Verkehrs-Chaos umgeht. „Die Taktzeiten sind okay; zu Hauptverkehrszeiten ist die Paartalbahn ideal.“ Die Ruhe vor der Arbeit ist den beiden Pendlern auch einiges wert, für die Fahrpreiserhöhung haben sie Verständnis. „Das tut zwar am Geldbeutel weh, aber die gestiegenen Benzinpreise wirken sich nun einmal aus“, schildert Richter und Wolf ergänzt: „Das ist immer noch billiger, als wenn man einen Stellplatz in einem Augsburger Parkhaus bezahlen müsste.“ Abgesehen davon, dass die Klimatisierung des VT 642 „nicht ideal gelöst“ ist und die kalte Luft an „wärmeren Tagen an den Fenstern herunter bläst“, sind Richter und Wolf mit dem neuen Triebwagen zufrieden. „Passt schon“, meint Richter. Drei Reihen weiter sitzt Karlheinz Brohl. Der Weg zur Arbeit ist für ihn etwas länger als für die beiden Pendler-Bekannten. Der Versicherungskaufmann fährt jeden Werktag mit der Paartalbahn nach Hochzoll und dann weiter mit der Regionalbahn nach München. „Ich komme einfach entspannter am Arbeitsplatz an“, betont auch Brohl. „Der neue Triebwagen“, so der Aichach-München-Pendler, „ist wesentlich besser als der alte. Er ist heller, hat freundlichere Farben und vor allem klappert er nicht so wie der alte.“ Auch mit der Anbindung ist der 36-Jährige ganz zufrieden. Morgens jedenfalls. „Abends sind die Wartezeiten bei der Anbindung zur Paartalbahn länger, das stört etwas“, sagt Brohl und schiebt wenig später einen weiteren Kritikpunkt nach: „Was sich verschlechtert hat ist das Fahrradstellangebot. Die Räder können nicht angebunden werden und nehmen auch Sitzplätze weg. Gerade in den Morgenzügen ist das problematisch.“ Die Fahrpreiserhöhung nimmt er gelassen. „Alles wird schließlich teurer“, sagt Brohl, während er fast wie in einem gläsernen Zug mit 120 Kilometern in der Stunde durch die Landschaft saust. Wenig später hält der VT 642 in Dasing. Das Quietschen der Bremsen hört auch Martin Reisner, der mit seiner Frau Maria nahe der Bahnlinie wohnt. Als noch die Dieselloks die Strecke befuhren, hatten er und andere Bürger sich wegen der Lärmbelästigung an den Dasinger Bürgermeister Lorenz Arnold gewandt. „Ich bin froh, dass jetzt keine Beschwerden mehr kommen“, sagt Arnold und betont: „Das ist ein Erfolg.“ Auch Reisner ist mit dem VT 642 „im Großen und Ganzen zufrieden“. „Der Lärmpegel hat abgenommen, der Zug klappert und stinkt nicht mehr so wie die Dieselloks.“ Weiterhin stört ihn der kurze Takt der Züge und das Bremsen-Quietschen. „Wenn die Züge etwas langsamer fahren und keine Vollbremsung hinlegen würden, würden die wohl weniger quietschen“, vermutet Reisner.
Brohl eilt von der höher gelegenen Sitzebene zum Niederflur des Zuges und weiter zum Anschlusszug. Auch Renate Haug steigt hier aus und muss mit dem Bus den Weg zur Arbeit fortsetzen. Doch zuvor hatte die Bedienung noch Zeit für Lob und Kritik am VT 642. „Die Beinfreiheit lässt zu wünschen übrig“, stellt Renate Haug fest und sieht wie Karlheinz Brohl ein Problem im Fahrradtransport. Auch schlägt sie dem Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund vor, in den Zügen Fahrkartenautomaten zu installieren. Denn: „Wer knapp kommt, der hat Pech gehabt, wenn ein Kontrolleur kommt“, erklärt die 38-jährige Aichacherin und wirft einen Blick durch die großen Fenster. „Der Zug ist leiser und er ruckelt weniger“, lobt Renate Haug. „Das Ein- und Aussteigen ist besonders für ältere Leute wesentlich einfacher, weil es die hohen Stufen nicht mehr gibt.“ Renate Haug und Karlheinz Brohl sind ausgestiegen, nach sechs Sekunden setzt das dreifache Piepen wieder ein. Das Piepen, das der VT 642 auch ausstößt, wenn er die Menschen ausgespuckt hat, wenn er seine Türen wieder schließt. Das Piepen, das Renate Haug als „penetrant“ bezeichnet.

Seit 10. Juni 20001 gelten die neuen Fahrpläne - Der AVV erhöht die Tarife Seit Sonntag, 10. Juni, tritt der Fahrplanwechsel des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV): Betroffen sind im Landkreisnorden vor allem einige Buslinien, neben wenigen Änderungen auf der Paartalbahn, die sich meist im Minutentakt bewegen. Neu ist auch, dass die Deutsche Bahn AG seit 10. Juni nur noch die neuen Triebwägen „VT 642“ einsetzt. Bereits seit 1. Juni gelten die AVV-Tariferhöhungen, die eine durchschnittliche Fahrpreiserhöhung von 5,7 Prozent ausmachen. Beim Fahrgastverband „Pro Bahn“ steht die vollständige Ablösung der alten Dieselzugwägen durch die knallroten Verbrennungstriebwägen „VT 642“ hoch im Kurs: „Die neuen Triebwägen sind komfortabel und bieten mit ihrem niedrigen Einstieg eine Verbesserung“, so Winfried Karg von „Pro Bahn“. „Es gibt zwar kleine Pannen, die bei neuer Technik nicht zu vermeiden sind, aber im großen und ganzen funktionieren die Züge recht gut.“
Bezüglich der (geringfügigen) Fahrplan-Änderungen auf der Paartalbahn empfiehlt „Pro Bahn“ den Fahrgästen, sich rechtzeitig über die neuen Zeiten zu informieren, „damit niemand den Zug von hinten sieht“. Als besonders „herausragend“ unter den Neuerungen bezeichnet Arno Ruile, der Abteilungsleiter für Steuerung und Planung beim AVV, die Einführung des Anrufsammeltaxis (AST) in Friedberg. Auch in Fahrplanlücken, abends und am Wochenende, haben die Rieder, Eurasburger, Harthauser und Ottmaringer jetzt die Möglichkeit, ohne Auto nach Friedberg zu kommen. In Aichach gibt es das AST schon seit vielen Jahren. So nutzten im Jahr 2000 fast 1700 Fahrgäste den Service. „Mit dem neuen Fahrplan fährt das Anrufsammeltaxi zwischen Aichach und Pöttmes allerdings noch öfter“, informiert Ruile. „Vier Mark kostet eine Einzelfahrt. Kinder, Zeitkarteninhaber und Schwerbehinderte zahlen zwei Mark pro Fahrt mit dem AST.“
Die Tariferhöhungen im AVV waren laut Iris Wunderlich-Peter, der Abteilungsleiterin für Tarif und Wirtschaft, unumgänglich. Hauptgrund seien die gestiegenen Treibstoffpreise, deren Anteil bei ca. zwei Prozent liegt. So kostet beispielsweise die Einzelfahrkarte von Aichach nach Augsburg seit 1. Juni 8,10 Mark, die Streifenkarte nicht mehr 12, sondern 13 Mark.

PRO BAHN gibt neuen Taschenfahrplan für Schrobenhausen heraus 12-05-2001
Seit 10. Juni 2001 gilt der neue DB Fahrplan. Er wird bis zum 14. Dezember 2002 gelten. Auf der Paartalbahn bewegen sich die wenigen Änderungen meist im Minutenbereich. Bei der PRO BAHN Kreisgruppe Neuburg-Schrobenhausen erhofft man sich für das neue Fahrplanjahr, dass auch die letzten lokbespannten Züge durch die neuen Triebwagen ersetzt werden, nachdem nun seit mehreren Wochen ja bereits der größte Teil der Zugleistungen mit den modernen Fahrzeugen erbracht wird.
Auf der Donautalbahn zwischen Ingolstadt und Donauwörth werden sich die Bahnbenutzer auf einige Änderungen einstellen müssen. So entfällt der Stundentakt am Samstag Vormittag. Außerdem werden die Taktzüge am Wochenende nur noch bis Donauwörth fahren. Richtung Ulm muss dann umgestiegen werden. Allerdings werden die Züge ab Donauwörth dann bis Stuttgart durchfahren. Bis Oktober werden zwischen Ulm und Regensburg zweimal täglich in beiden Richtungen Züge verkehren, die besonders auf die Bedürfnisse der Radfahrer ausgelegt sind. Diese Züge halten nicht an allen Bahnhöfen, haben aber längere Aufenthaltszeiten für die Radverladung. Außerdem besteht in Ingolstadt eine Anschlussmöglichkeit zu einem ähnlichen „Radlerzug“ in Richtung Eichstätt. Erhebliche Bauarbeiten auf der Strecke Ingolstadt-München machen eine weitere Fahrzeitverlängerung auf dieser Verbindung notwendig. Daraus resultieren bei den Regionalbahnen und S-Bahnen nach München andere Abfahrtszeiten. Der Busfahrplan Schrobenhausen-Petershausen der RBA musste deshalb ebenfalls angepasst werden. Manche Abfahrtszeiten verschieben sich dabei um einige Minuten. Die Pendler sollten also ihre gewohnten Abfahrtzeiten überprüfen, um nicht am 11. Juni nur noch die Rücklichter des Busses zu sehen.
Nachzulesen sind diese Änderungen in den neuen Taschenfahrplänen 2001/02, die der Fahrgastverband PRO BAHN aktualisiert hat und kostenlos verteilt. Diese liegen im Bahnhof Schrobenhausen, im Rathaus und in den Geschäften der Anzeigenkunden aus.

Augsburg: Neue Trambahn Neubaustrecke fährt nun bis zur Stadtgrenze - Am 08.06.01 war Einweihung 09-05-2001
Vier Scheren schnappten gleichzeitig zu und zerschnitten das Band in den Stadtfarben. Dann konnte sich der festlich geschmückte Combino in Bewegung setzen. Das neue Endstück der Linie 4 vom Bärenwirt bis Augsburg-Nord wurde gestern feierlich eingeweiht. Augsburgs OB Peter Menacher, Bürgermeisterin Margarete Rohrhirsch-Schmid sowie die Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhold Wenninger und Dr. Claus Gebhardt zerschnitten gleichzeitig das Band und gaben damit den Startschuss für das neue Teilstück der Linie 4. Mit Margarete Rohrhirsch-Schmid im Führerstand - sie hatte das Tramfahren vorher im Depot geübt - ging es dann auf die neue, 2,25 Kilometer lange Trasse mit den vier neuen Haltestellen Zollernstraße, Eschenhof, Alpenhof und Augsburg-Nord. Am neuen Park-and-ride Platz an der Endstation wurde das freudige Ereignis für den Öffentlichen Nahverkehr dann auch gefeiert. Dafür hatten die Stadtwerke ein Zelt aufgestellt. Es gab eine Brotzeit und Getränke für die Fahrgäste. Die Stadtwerke-Kapelle sorgte für die musikalische Unterhaltung. Vorher ergriffen aber Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhold Wenninger und OB Menacher das Wort. Beide betonten den großen Vorteil, den das neue Tramteilstück für Oberhausen bringen wird. „Wir haben den Stadtteil vorangebracht“, sagte Menacher und nannte weitere Projekte wie zum Beispiel die Sanierung des Eschenhofes oder den Umbau des LVA-Gebäudes. Durch die Neuanpflanzung von 500 Bäumen werde die Donauwörther Straße außerdem zu einem schönen Entree für die Stadt. Beide Redner bedankten sich auch beim Zuschussgeber für das Straßenbahnprojekt, dem Freistaat, der mehr als 80 Prozent der 43 Millionen Mark Gesamtkosten getragen hat. Menacher zeigte sich froh, dass in Sachen Öffentlicher Nahverkehr in Augsburg nun eine Menge vorangehe. 13 neue moderne Wagen vom Typ Combino seien bestellt, der Spatenstich für die neue Linie 2 zum Klinikum erfolgt. Zuversichtlich blicke er in die Zukunft - Stichwort Linie 6 nach Hochzoll und Tramanbindung nach Königsbrunn. „In den letzten zehn Jahren sind 500 Millionen Mark in den Nahverkehr geflossen, darauf können wir stolz sein“, so Menacher.

Fahrplanwechsel am 10 Juni 2001 31-05-2001
Zum Fahrplanwechsel bleibt das Zugangebot auf der Paartalbahn nahezu unverändert. Bei einzelnen Zügen wird die Abfahrts- und Ankunftszeit geringfügig geändert. Neu: AnrufSammelTaxi (AST) im Raum Friedberg/Ried/Eurasburg/Harthausen/Ottmaring. Ab dem 10. Juni 2001 gibt es für den Raum Friedberg, Ried, Eurasburg, Harthausen und Ottmaring das AnrufSammelTaxi, kurz AST genannt. Von jeder mit AST gekennzeichneten Bushaltestelle kann nach Friedberg gefahren und an den Haltestellen Marienplatz, Stadthalle, Bahnhof, Münchner Straße oder Marquardtstraße ausgestiegen und auch wieder eingestiegen werden. Das AST bringt Sie auch wieder zurück. Auf Wunsch sogar bis vor die Haustüre. Das AST fährt zu den in den Fahrplantabellen angegebenen Abfahrtszeiten. Sie müssen Ihren Fahrtwunsch bis spätestens 45 Minuten vor der im Fahrplan angegebenen Abfahrtszeit telefonisch bei der TaxiAugsburg eG unter 08 21/3 50 25 oder 3 63 33 anmelden.

Neuer Verbundfahrplan des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes AVV 30-05-2001
Der neue Verbundfahrplan des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV) gilt vom 10. Juni 2001 bis zum 14. Dezember 2002 und ist der längste Verbundfahrplan in der 15jährigen Geschichte des AVVs. Seit 28. Mai 2001 gibt es das neue Verbundfahrplanbuch für 5,00 DM (2,50 EUR) bei den Verkaufsstellen des AVV. Das Fahrplanbuch des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes, umfasst tausend Seiten und enthält das Fahrten- und Haltestellenverzeichnis aller Regionalbus- und Regionalbahnlinien sowie der Straßenbahn- und Buslinien der Stadtwerke Augsburg Verkehr-GmbH und des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Gersthofen. Fahrplan- und Fahrpreisauskünfte zum neuen Tarif und zum neuen Verbundfahrplan erteilt das AVV-Kundencenter im Augsburger Hauptbahnhof, Montags bis Freitags, von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr oder Telefon 0821 / 15 70 00.
Die wichtigsten Neuerungen und Änderungen des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes: Hier klicken

Paartalbahn folgt Sissis Spuren 28-05-2001
Zwischen Augsburg und Ingolstadt: Superlative und Skurritiäten sind ab Juni mit der Bahn bestens zu erreichen.
Augsburg – Zum X-Large Festival nach Augsburg oder zum Historischen Altstadtfest nach Friedberg. Quer durch das Paartal geht es am Schnellsten mit der Bahn. Ab Juni extra bequem im Halbstundentakt mit den neuen Fahrzeugen, den VT 642. Zum X-Large Festival in Augsburg werden über 350.000 Menschen erwartet. Das Jugendkulturevent steigt bereits zum dritten Mal. Dieses Jahr gibt es vom 20. Juni bis 24. Juni auf dem Plärrer-Gelände satt was auf die Ohren – 150 Bands bieten von HipHop über Punk bis Brit-Pop ein breites Spektrum. Mit dabei: die deutschen Senkrechtstarter „Myballoon“. Extra groß präsentiert sich das Festival auch räumlich: neben der „Center World“ mit Livebühnen kann sich jeder Besucher in der „Sports World“ austoben. Kühl und nass wird es dagegen in der „Water World“ im Freibad nebenan (Infos: www.x-large.de). Historisch festlich gibt sich zwei Wochen später Friedberg bei Augsburg, das ebenfalls an der Paartalbahn liegt. Vom 6. bis 15. Juni zeihen beim historischen Altstadtfest Gaukler, Zauberer und Komödianten durch das Städtchen (Tel: 0821 / 6002125 oder www.friedberger-zeit.de). Aus Sissis Spuren begibt sich die Ausstellung „Jagen und Reiten zur Zeit der Kaiserin Elisabeth“ im Wasserschloss bei Aichach: ab 7. Juni, Bus ab Aichach-Bahnhof nach Unterwittelsbach-Rasthaus etwa sieben Minuten (Tel: 0821 / 502070 oder www.regio-augsburg.de) . Gänsehaut bereiten soll die „Murder & Mystery Tour. Die einzigartige Gruselführung durch Frankensteins Geburtsort Ingolstadt wird vom Juni bis Oktober angeboten. (Tel: 0841 / 95198306 oder www.frankenstein.at)

Neue Züge stellen Fahrplan in Schatten Neuerungen ab 10. Juni - Erstmals ICE durch das Allgäu 22-05-2001
Augsburg/München - Weniger der Fahrplan an sich, sondern die neuen Züge, die zum Einsatz kommen werden, stehen im Mittelpunkt des ab 10. Juni gültigen neuen Fahrplans der Deutschen Bahn, der bis Ende 2002 Gültigkeit haben wird. Im Mittelpunkt der Neuerungen in Bayern wird insbesondere der Raum Augsburg/Allgäu stehen, sagte der bayerische Bahnchef Hermann Graf von der Schulenburg vor der Presse. Dort werden nahezu flächendeckend verstärkt die neuen roten Triebwagen (VT642) den in die Jahre gekommenen Triebwagen VT628 - erkennbar am „Wellblech“-Design - ersetzen. Vorerst keine Auswirkung auf den Fahrplan - sprich kürzere Fahrzeiten - hat der im Herbst beginnende Einsatz der Neigetechnikzüge von Ulm, Augsburg und München nach Kempten/Oberstdorf und Lindau, da der für die Beschleunigung notwendige Streckenausbau erst „in den nächsten Wochen oder Monaten“ entscheidungsreif sei. Das Gleiche gilt für den neuen Neigetechnik-ICE von München (ab 8.14 Uhr) nach Zürich (an 12.27 Uhr) mit Halt in Buchloe, Memmingen und Lindau: Hier bietet die Bahn den Komfort des neuen ICE (voraussichtlich zum normalen Fahrpreis plus IC-Zuschlag), aber die bekannten Fahrzeiten, so Schulenburg. Zurück fährt der Zug übrigens ab Zürich um 13.33 Uhr (Ankunft in München 17.48 Uhr). Etwa zwei Stunden später als bisher fährt der vor allem für Urlauber interessante InterCity von Oberstdorf (künftig ab 11.49 Uhr) über Augsburg nach Hamburg, bei dem sich die Fahrzeit um 48 Minuten verkürzen wird. Neu eingeführt wird eine direkte IC-Verbindung nur an Samstagen von Berlin-Ostbahnhof (ab 7.07 Uhr) über Halle und Nürnberg nach Oberstdorf (an 16.41 Uhr) und zurück (ab 9.38, an 19.00 Uhr). Durch einen fast zeitgleich fahrenden Nachtzug wird die frühmorgendliche IC-Verbindung Stuttgart - München (bisher an 7.15 Uhr) ersetzt. Neu sind außerdem in den Sommermonaten vier durchgehende Regionalexpress-Züge von Ulm nach Regensburg und umgekehrt speziell auch für die zahlreichen Radfahrer im Donautal.

200 moderne, bequemere, Züge für Bayern - Bahn stellt neue Typen vor 05-05-2001
München - "Grundlegend verändern" wird sich das Bild der Bahn in Bayern mit dem Fahrplanwechsel im kommenden Monat. Das Unternehmen wird die Fahrgäste nach eigenen Angaben in 200 neuen Zügen schneller und komfortabler befördern. Am 04.05.2001 wurden vier neue Fahrzeuge in München der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben neuen S-Bahn-Fahrzeugen im Großraum München hat die Bahn, bei ihrer Modernisierungs-Offensive im Freistaat ein besonderes Schwergewicht auf den Regionalverkehr gelegt. So sollen 17 von insgesamt 38 Neigetechnik-Zügen ab Herbst im Allgäu eingesetzt werden. Da die Strecken im südlichen Schwaben noch nicht für die kurvenschnellen, Fahrzeuge ausgebaut wurden, können die Fahrgäste bis auf Weiteres nur den Komfort der neuen Fahrzeuge genießen. Schneller als die alten Züge können die neuen dort nicht fahren. Der neue feuerrote Regionaltriebzug VT 642 wird auf kleineren Nebenstrecken eingesetzt, so zum Beispiel zwischen Augsburg und Ingolstadt (Paartalbahn), Augsburg-Memmingen-Lindau und auf der Verbindung von Augsburg nach Landsberg und nach Füssen. VT 605 heißt die neue ICE-Generation.Dabei handelt es sich um einen bis zu 200 Km/h schnellen dieselgetriebenen Neigetechnik-Zug, von dem 20 Stück für Bayern gekauft wurden.Er wird vornehmlich auf der Strecke Nürnberg-Dresden eingesetzt. Ein Zugpaar ist für die Verbindung zwischen München und Lindau vorgesehen.Die Gesamtkosten für die Flotten - Modernisierung beziffert die Bahn im Freistaat für dieses Jahr auf 1,3 Milliarden Mark. Nach Angaben von Ulrich Homburg, der für den Regionalverkehr in Bayern zuständig ist, will das Unternehmen weiter viel Geld in den Nah- und Fernverkehr investieren. Bis 2005 sollen nach seinen Angaben insgesamt 8,5 Milliarden Mark für die Beschaffung neuer Züge im Freistaat ausgegeben werden.

Paartallinie: CSU will Ausbau 25-04-2001
Eduard Oswald und Christian Knauer appellieren an die Bahn Aichach/Friedberg (o). Bei der Sitzung der CSU-Bundeswahlkreis-Konferenz sprachen sich der Vorsitzende, Bundestagsabgeordneter Eduard Oswald, und der CSU- Kreisvorsitzende von Aichach-Friedberg, Landtagsabgeordneter Christian Knauer, für den weiteren Ausbau der Paartalbahn aus. Gemeinsam wollen sie sich für die Zukunft der Linie einsetzen. "Es geht nicht an, dass auf der wichtigen Verbindungslinie Augsburg ­Aichach­Schrobenhausen eine Verkehrsbedienung nur auf der Straße erfolgt. Deshalb muss weiter in die Paartalbahn invesitert werden", so Eduard Oswald und Christian Knauer. Sorgenvoll äußerten sich die Parlamentarier über die Entwicklung des Güterverkerhs auf der Strecke. Oswald und Knauer appellierten auf der einen Seite an die Wirtschaft, die Bahn beim Gütertransporten stärker einzubeziehen, wie auch an die Bahn, sich auf der Strecke um Auslastung zu bemühen. Nur so sei ein wirtschaftlicher Betrieb möglich.

Züge halten erst ein Stück hinter dem Bahnhof
Fahrgäste mussten zuletzt zwischen den Gleisen zurücklaufen 18-04-2001
Friedberg - Für Unmut sorgte in den vergangenen Wochen die Haltestelle der Paartallinie im Friedberger Bahnhof. Aufgrund der Umrüstung auf neue Triebwagen stoppten die Züge oft nicht am, sondern einige Meter nach dem Bahnsteig, was die Bahnkunden dazu zwang, zwischen oder neben den Gleisen zurück zum Bahnhof zu laufen. Ursache ist die Umstellung von den bisherigen Zügen, die meist aus zwei von einer Lokomotive gezogenen Reisezugwägen bestanden, auf die neuen Triebwägen VT 642, wie Günther Kofler, Niederlassungsleiter der DB Regio Augsburg erklärte. Die sogenannten H- Tafeln, die dem Lokführer signalisieren, wo er zu halten hat, wurden allerdings noch nicht umgerüstet. Da der Zug jetzt eine andere Länge hat, kommen die Waggons von Augsburg einfahrend beim Stopp an der H-Tafel nun nicht mehr im Bahnhof zum stehen, sondern erst ein Stück dahinter. Dass die Leute deshalb so unbequem zum Bahnsteig zurücklaufen müssen, sorgte laut Dieter Hoffmann vom Friedberger Bahnhof schon zu "massiven Protesten, die sofort an die zuständigen Stellen weitergeleitet wurden". "Außer dass man total verschmutzte und oft auch nasse Schuhe bekommt, halte ich es für ältere Leute, Mütter mit Kindern oder etwa Behinderte sehr gefährlich", heißt es in einem Beschwerdebrief, den die Bahnkundin Hannelore Seitz aus Rederzhausen deshalb an die Deutsche Bahn gerichtet hat. Zuständig für die Umrüstung dieser H- Tafeln ist die Abteilung DB-Netz, an die laut Kofler bereits ein Eilantrag gestellt wurde. Der zuständige örtliche Streckenmanager von DB- Netz, Herbert Braun, versicherte gegenüber unserer Zeitung, er "werde alles Nötige umgehend in die Wege leiten".

Lokführer üben schon mit dem RegioSprinter 30-03-2001
Aichach/Friedberg - Einige Bahnkunden kennen schon das neue Paartallinienfahrgefühl: Offiziell startet der RegioSprinter erst zum Fahrplanwechsel im Juni auf der Strecke zwischen Augsburg und Ingolstadt durch. Doch seit einigen Wochen sind nahezu täglich die auffallenden roten Triebwagen auf der Linie unterwegs. Bahnsprecher Dieter Thoma erklärt warum: "Wir bilden derzeit die Lokführer auf dem VT 642 aus." Der VT 642 ist die technische Bezeichnung für den modernen Triebwagen RegioSprinter, der ab Juni endgültig die alten und lauten Dieselloks ablösen soll, die derzeit noch die Anwohner an der Bahnlinie mit Lärm und Gestank belästigen. Nach mehreren Verzögerungen (Termin eins: Oktober 1999, Termin zwei: Herbst 2000) soll diesmal beim Starttermin nichts mehr dazwischen kommen, so Bahnsprecher Thoma: "Weitere Verzögerungen sind uns nicht bekannt." Insgesamt acht Sprinter (Stückpreis: 2,5 Millionen Mark) werden dann auf der Paartallinie verkehren. Insgesamt investiert die Bahn also 20 Millionen Mark für die neuen Fahrzeuge. Die technischen Daten: 123 Sitzplätze und 90 Stehplätze, zwei Motoren mit je 250 PS, bis zu 120 Stundenkilometer schnell, 60 Liter Dieselverbrauch auf 100 Kilometer. Zum Vergleich: Die alten Dieselloks brauchen 300 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Das Mittelteil des Zugs ist abgesenkt (Niederflur) und erleichtert auch Fahrgästen mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern den Einstieg. Die Paartallinie soll mit den neuen Zügen eine schnelle Verbindung zwischen Augsburg und Ingolstadt schaffen. Die Strecke gewinnt besonders nach Eröffnung der neuen ICE-Strecke München-Nürnberg an Bedeutung. Um die Lokführer mit dem neuen Gerät vertraut zu machen, findet derzeit die Ausbildung auf der Paartalbahn statt. Das seien aber keine Extratouren, es sind ganz normale Fahrten im Rahmen des Fahrplans, so Thoma. Wenn jemand unbedingt in einen RegioSprinter einsteigen will, dann braucht er ein wenig Glück. Denn der neue Zug verkehrt nicht zu bestimmten Fahrplanzeiten, sondern laut Bahnsprecher völlig unregelmäßig. Offizieller Start für den RegioSprinter ist beim Fahrplanwechsel im Juni. Derzeit werden aber bereits die Zugführer an dem neuen Triebwagen ausgebildet.

Ein Solo zwischen Schalter und Gleis 28-03-2001
Friedberg - "Auf Gleis 1 fährt in Kürze ein die Regionalbahn nach Augsburg", spricht Fahrdienstleiterin Nicole Brandner am Friedberger Bahnhof ins Mikrofon. Wenn dort einer der täglich 67 Züge ein- und ausfährt, hat sie dort alle Hände voll zu tun. Dann muss sie jemanden am Kundenschalter zunächst vertrösten. Denn die Fahrdienstleiterin arbeitet an diesem Bahnhof als Solistin im Schichtwechsel mit drei weiteren Kollegen. In letzter Zeit bekamen sie an ihrem Arbeitsplatz einiges Lob von Kunden zu hören. "Viele haben gesagt: Macht weiter so", erzählt Leo Meßner, ein weiterer Friedberger Fahrdienstleiter. Zuvor waren sich Verfasser von Leserbriefen uneins darüber, ob die Fahrdienstleiter am Friedberger Bahnhof höflich oder unhöflich sind. Letzteres wäre dem Pressesprecher der Deutschen Bahn, Dieter Thoma, aus München neu gewesen. Für ihn würde Unfreundlichkeit nicht damit zusammenpassen, dass das Friedberger Bahnhofpersonal den Fahrkarten-Umsatz in drei Jahren verdreifacht hat. Dabei ist der Schalterdienst eine Zusatzaufgabe für die Fahrdienstleiter. Vorrangig kümmern sie sich um die Betriebsabläufe und um die Sicherheit der Reisenden. Was bedeutet dies in der Praxis am Friedberger Bahnhof? Nicole Brandner erfährt auf einem Bildschirm vom nahenden Zug aus Hochzoll und meldet diesen telefonisch in Richtung Dasing weiter. An einem elektronischen Stellwerk ist sie für die richtigen Weichenstellungen zuständig. Und wenn der Zug einfährt, schaut sie draußen nach dem Rechten. Dies nennt ihr Kollege Meßner "Leben retten" ­ und zwar vor allem dann, wenn sich zwei Züge im Bahnhof begegnen, was in Friedberg täglich bis zu 18-mal vorgesehen ist. Dann müssen die Fahrdienstleiter immer wieder darauf achten, dass niemand vor einem Zug zum nächsten über die Gleise läuft. In Friedberg vereinen die Fahrdienstleiter laut Thoma aber in einer Person zwei Tätigkeiten. Wenn sie vom Stellwerk zum Schalter wechseln, übernehmen sie Aufgaben, für die in großen Bahnhöfen ausgebildete "Kaufleute im Eisenbahnverkehr" zuständig sind. Durch Schulungen und mit Computer-Hilfe können aber auch die Friedberger Fahrdienstleiter den Kunden bei den meisten Fragen zur Bahn weiterhelfen. "Da haben wir einen Ehrgeiz entwickelt", so Leo Meßner. Geöffnet ist der Schalter werktags zehneinhalb Stunden, am Wochenende eine Stunde weniger. Dies ist länger als in vielen anderen vergleichbaren Bahnhöfen. "Ein Idealfall für die Kunden in Friedberg", sagt Peter Hartl, Bereichsleiter Betrieb der Deutschen Bahn im Raum Augsburg. Und wie steht`s mit der Höflichkeit? Leo Meßner sieht da keinen Grund sich selber oder seinen Kollegen irgendwelche Vorwürfe zu machen. Falls sich jemanden beschweren sollte, liegen Namenskärtchen bereit. "Denn wir stehen dazu, was wir sagen", betont Meßner. Manchmal müssen aber die Fahrdienstleiter auch einiges einstecken. So hat Nicole Brandner von Kunden schon nicht druckreife Schimpfwörter zu hören bekommen. In einem Fall sieht es Meßner als seine Pflicht an, junge Kolleginnen in Schutz zu nehmen. Fahrdienstleiterin Nicole Brandner ist am Friedberger Bahnhof in Doppelfunktion auch für die Schalterkunden wie Helmut Wiebel zuständig.

Paartalbahn statt B300 20.02.2001
Die Paartalbahn von Augsburg über Aichach nach Ingolstadt soll nach dem Willen der Initiative MAI-Verkehr (München-Augsburg-Ingolstadt) in Zukunft verstärkt für den Güterverkehr genutzt werden. Zu diesem Zweck unterzeichnete am Dienstag mittag Wirtschaftsreferent Johannes Hintersberger einen Vertrag mit der Augsburger Süddeutschen Consultans GbR über ein Pilotprojekt. Dabei soll nach Aussage von Stefan Blaas von den Süddeutsche Consultants in drei Phasen ein konkreter Businessplan erstellt und realisiert werden. Bereits im März wird eine Analyse den Bedarf der anliegenden Industriebetriebe und die Dienstleistungsmöglichkeiten der betroffenen Bahnen klären. Dabei sollen neben den klassischen "schienenaffinen" Gütern wie Öl, Holz und Papier auch sogenannte Kaufmannsgüter als neuer Markt für die Bahnen erschlossen werden. Nach Angaben von Manfred Mahnkopf von der MAI besteht das Problem weniger darin, eine ausreichende Auslastung mit Gütern zu produzieren, sondern vielmehr die Hersteller dazu zu bringen, ihre Güter per Bahn zu verschicken. In der zweiten Phase des Projekts soll dann nach Kooperationsformen gesucht und das Zusammenspiel der Bahnen in der Region ausgeklügelt werden. Wichtig ist hier vor allem, festzustellen, welche Transportlösungen die Bahnen rentabel anbieten können und welche nicht. Als Endergebnis wird dabei der endgültige Businessplan erarbeitet. Diese Phase soll im Frühsommer 2001 anlaufen. Als Abschluss des gesamten Projektes ist in der dritten Phase geplant mit einem Pilotkunden den Probebetrieb aufzunehmen. Dieses "Event" soll nach Angaben Hintersbergers im Zeitraum der Sommerferien stattfinden. Im Herbst könnten dann die Ergebnisse präsentiert und ausgewettet werden. Durch das Projekt hoffen die Initiatoren zum einen die Verkehrswege, vor allem die B 300, vom LKW-Verkehr zu entlasten und zum anderen die Regionalbahnen und das Güterverkehrszentrum stärken zu können. Die Kosten belaufen sich laut Hintersberger auf 100.000 Mark. 75 Prozent davon trägt das bayerische Wirtschaftsministerium, den Rest übernehmen die Teilnehmer der Initiative, also die anliegenden Städte, die Bahnen und die MAI.