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Paartalbahn
Nachrichtenarchiv 2001
Kalter Freitag legte
die Paartalbahn in den Morgenstunden lahm 15-12-2001 Schrobenhausen
- Am Morgen des 14.12.01 ging auf der Paartalbahn zwischen
Ingolstadt und Augsburg vorübergehend überhaupt nichts mehr. Ein
Zug funktionierte nicht, ein anderer blieb in Aichach mit einem
Kupplungsproblem liegen. Fieberhaft versuchten Mitarbeiter der Deutschen
Bahn AG auf die Schnelle, Busse heranzuschaffen. Stundenlang ging
alles drunter und drüber. Etliche Pendler kamen erst mit Verspätung
in die Arbeit. Doch die Bahn AG tat alles, um schnelle Abhilfe zu
schaffen. "Wir konnten immerhin im Wechsel einen Takt mit Zug
und einen mit Bussen anbieten", berichtete Horst Staimer, Pressesprecher
der Bahn AG in München, am Freitag auf Anfrage. "Es ist immer
schwierig, den Bahnbetrieb kurzfristig auf Busse umzustellen."
Woran das Versagen gleich mehrerer Züge vom Typ VT 642 lag, konnte
er gestern noch nicht sagen. "Die Fahrzeuge sind in der Werkstatt
und werden repariert", teilte der Bahnsprecher nur mit. War
es in der kältesten Nacht des Jahres vielleicht auch den Zügen zu
kalt geworden? Wie die Meteorologen vom Flugplatz in Neuburg mitteilten,
waren die Temparaturen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen immerhin
auf minus 15 Grad gesunken - eine der kältesten Nächte seit langem
also. "Dass es einen grundsätzlichen Systemfehler beim VT 642
gibt, würde ich nicht unterschreiben wollen", meinte Horst
Staimer. Die Fahrzeuge der jüngsten Generation seien in mehreren
Regionen der Bundesrepublik immerhin schon seit zwei Jahren im Einsatz,
und dort habe es auch schon Winter gegeben. Genaueres werde man
aber erst nach den Analysen wissen. Ab 14 Uhr sei es gelungen, wieder
einen geregelten Bahnbetrieb anzubieten, aber auch dann noch nicht
mit dem gewohnten Platzangebot.
Grünes Licht für Regio-Schienen-Takt Landtag
stimmt dem S-Bahn-ähnlichen Ausbau des Nahverkehrs im Großraum
zu 13-12-2001 Augsburg
- Die Weichen für einen S-Bahn-ähnlichen Nahverkehr im Großraum
Augsburg sind gestellt: Gestern beschloss der Landtag einstimmig,
den „Regio-Schienen-Takt Augsburg“ in den Gesamtverkehrsplan Bayern
aufzunehmen. Nach langen Hin und Her im Vorfeld zeigte man sich
beim Augsburger Verkehrsverbund (AVV) erleichtert: „Wir geraten
neben München und Nürnberg nicht in Vergessenheit“, so Geschäftsführer
Helmut Hofmann. Nahverkehrskunden müssen sich bei der Realisierung
des neuen Konzepts aber noch bis 2004 gedulden. Das Konzept mit
einem 15-Minuten-Takt auf den Regionalbahnstrecken und einer Neuordnung
der Linien hat der AVV schon 1997 erarbeitet. Zuletzt war es aber
aus jenen Plänen des Freistaats herausgefallen, die eine finanzielle
Förderung des Projekts erst möglich machen. Monatelange Proteste
heimischer Politiker von CSU, SPD und vor allem auch der Grünen
hatten nun Erfolg: Der Landtag stimmte gestern doch noch zu, den
Regio-Schienen-Takt Augsburg in den Gesamtverkehrsplan und künftige
Schienen-Nahverkehrspläne aufzunehmen. Die finanzielle Absicherung
soll „geprüft“ werden. Freude gestern bei den Grünen: „Die Staatsregierung
muss den drittgrößten Nahverkehrsraum gebührend berücksichtigen“,
so Stadtrat Reiner Erben. Nun müssten schnellstmöglich finanzielle
Mittel für den Ausbau bereitgestellt werden. Veranschlagt waren
bislang rund 20 Millionen Mark. Von heute auf morgen wird der
Regio-Schienen-Takt allerdings nicht umzusetzen sein, das machte
gestern ein Sprecher im Wirtschaftsministerium deutlich. Die Aufnahme
in den Gesamtverkehrsplan sei erst einmal die politische Absichtserklärung,
so Stefan Schell. Welche Projekte dann konkret umgesetzt werden,
ermitteln zurzeit noch Gutachter der Firma SMA im Auftrag der Bayerischen
Eisenbahngesellschaft und des AVV. Die Ergebnisse sollen Anfang
2002 vorliegen, hieß es im Ministerium. Anschließend sollen die
Finanzierungsfragen geklärt werden. Konkret umgesetzt werden könne
der Regio-Schienen-Takt erst ab dem Jahr 2004, wenn die Bahnstrecke
Augsburg - München bis Mering viergleisig ausgebaut ist, so Schell.
„Jetzt bremst der Fernverkehr noch den Nahverkehr aus“, so AVV-Geschäftsführer
Hofmann. Mit dem viergleisigen Ausbau stehe aber mehr Kapazität
zur Verfügung. Sein Ziel ist, 2004 eine erste Stufe des Regio-Schienen-Taktes
umzusetzen. Danach sollen auf der Strecke Augsburg - Mering - München
unter anderem möglichst viele Regionalbahnen im 15-Minuten-Takt
fahren. Auf der Paartalbahn in Richtung Ingolstadt sollen die Fahrzeiten
mit neuen Überholgleisen so verkürzt werden, dass für die Kunden
ein attraktiveres Takt-Angebot entsteht. Im zweiten Schritt sieht
das AVV-Konzept vor, möglichst alle Takt-Lücken auf den Regionalbahnlinien
zu schließen und die Linien neu zu bündeln. Vorteil für Fahrgäste:
Wichtige Haltepunkte wie Messe oder Haunstetter Straße sind dann
teils ohne Umsteigen am Hauptbahnhof erreichbar.
S-Bahn Linie S12 Aichach -
Altomünster - Dachau - München Hbf bis 2010 machbar 17-11-2001 Friedberg
- Um den Großraum Altbayern / Wittelsbacher Land in Verbindung mit
der Paartalbahn attraktiver zu gestallten wäre eine Verbindung von
Dachau über Altomünster zur Paartalbahn Wünschenswert. Zu diesem
Ergebnis ist eine Arbeitsgruppe der Paartalbahn Internetseite gekommen.
Die Arbeitsgruppe fordert den Ausbau der Strecke Dachach – Altomünster
nach Aichach und hat dabei folgendes Konzept erarbeitet: Die jetzige
S-Bahn Linie A wird grundsätzlich bis München Hbf weitergeführt
und erhält einen durchgehenden Halbstundentakt. Zur besseren Anbindung
der Region zwischen Augsburg und Ingolstadt, wird die Strecke von
Altomünster über Wollomoos und Klingen nach Aichach verlängert.
Aus Richtung Aichach kommend besteht in Dachau Anschluss an die
Linie nach Ingolstadt. Die heutigen Dieseltriebwagen der Linie A
sollen durch elektrische S-Bahn Züge ersetzt werden. Eine Realisierung
der Strecke bis 2010 wäre durchaus machbar so das Ergebnis der Arbeitsgruppe.
Zwischen Aichach und Altomünster müssten etwa 10km Schiene verlegt
werden und schon ist die Paartallinie mit der S-Bahn nach München
verbunden. Ein Streckenplan sowie eine Detaillierte Beschreibung
der Künftigen S-Bahn Linie 12 finden Sie an heute in der Rubrik
„Zukunft“ auf der Paartalbahn Internetseite.
Im 15-Minuten-Takt mit
dem Bus durch Friedberg 10-11-2001 Friedberg
- Ein Arbeitskreis von Verkehrsfachleuten und Mitgliedern der Lokalen
Agenda 21 macht sich jetzt daran, ein Konzept für den Öffentlichen
Personennahverkehr in Friedberg zu entwickeln. Federführend ist
die Consulting-Abteilung des Münchner Verkehrsverbundes (MVV), die
sich dabei auf eine Diplomarbeit von Augsburger fachhochschul-Studenten
stützt. In der jüngsten Sitzung des Friedberger Bauausschusses stellte
Prof. Manfred Schnell von der lokalen Agenda das Ergebnis der Diplomarbeit
von Steffen Mack und Andreas Simson vor. Die beiden Studenten haben
vier Varianten für ein innerstädtisches Busnetz entwickelt, die
auf den vorhandenen Angeboten der VGA und des AVV aufbauen: Konzept
A: Die VGA-Linie 36 wird nicht mehr durch die Innenstadt geführt,
sondern zum Friedberger Bahnhof. Von dort aus gehen zwei Ringlinien
im 30-Minuten-Takt nach Friedberg-Süd und Friedberg-Ost. Die Mehrkosten
- ohne Abzug eventueller Mehreinnahmen und Einsparungen - betragen
1,4 Millionen Mark pro Jahr Konzept A+: Hier kommt eine dritte Linie
hinzu, die Wiffertshausen, das Gewerbegebiet Röntgenstraße, St.
Afra und Lindenau an den Knotenpunkt Bahnhof anbindet. Mehrkosten
1,7 Millionen Mark. Konzept B: Eine Schnellbuslinie mit Haltepunkten
am Hauptbahnhof, am Königsplatz und an der City-Galerie verbindet
Augsburg mit Friedberg. Vom Bahnhof aus gibt es wiederum zwei Linien
in Nord-Süd- bzw. Ost-West-Richtung. Die Mehrkosten werden auf 2,7
Millionen Mark geschätzt. Konzept C: Diese „Maximallösung“ reicht
mit insgesamt fünf Linien über die Kernstadt hinaus und bindet bei
insgesamt lockereren Taktzeiten auch die Stadtteile direkt an den
Bahnhof als Umsteigeplatz an. Dafür sind Mehrausgaben von 2,3 Millionen
Mark nötig. Darüber hinaus könnte der Nahverkehr mit einer Reihe
von Sofortmaßnahmen kurzfristig und hohe Kosten verbessert werden.
Schnell nannte zum Beispiel zusätzliche Haltestelle, etwa an der
Münchner Straße in höhe Frühlingsstraße oder beim neuen Lidl-Markt
unterm Berg, die Wiedereröffnung des Zughaltespunktes Paar oder
Vorrangschaltungen für Busse an den Ampeln. Auch die Einrichtung
eines Koordinationsstelle für den Nahverkehr bei der Stadt regte
er an. In der anschließenden Diskussion befürworteten die Stadträte
schließlich ein Konzept, das auch die Ortsteile einbezieht. Dr.
Markus Haller von MMV Consulting betonte jedoch, dass seine Firma
bestehende Linien nicht völlig neu entwickle, sondern nur optimieren
und in ein Gesamtnetz einbinde. Deutlich wurde auch, dass Friedberg
für ein solches verbessertes Angebot in die eigene Tasche greifen
muss: Zwar ist eigentlich der Landkreis für den Nahverkehr zuständig,
doch in vielen anderen Orten mit einem autarken Bussystem kommen
dafür die Städte bzw. Gemeinden auf. Prof. Schnell setzt zur Finanzierung
auch auf die Erschließung neuer Fahrgastpotentiale: Wenn 4000 Friedberger
Haushalte monatlich nur zehn Mark für ein Busticket bezahlen würden,
könnte man damit bereits einen Bus samt Fahrer finanzieren.
Erste Untersuchungsergebnisse
zeigen, dass Güterverkehr auf der Paartalbahn schwierig wird 06-11-2001 Schrobenhausen
- Entlang der Paartalbahn zwischen Augsburg und Ingolstadt wird
es schwierig, den Güterverkehr auf der Schiene wieder zu beleben.
Das ist das vorläufige Ergebnis einer Untersuchung, die der Verein
MAI im Sommer unter dem Titel "Güterverkehr auf die Paartalbahn"
in Auftrag gegeben hat. Am morgigen Mittwoch werden zu diesem Thema
zwei Gespräche stattfinden: eines in der Steuerungsgruppe von MAI
und eines beim Schrobenhausener Unternehmen Südstärke. Bürgermeister
Josef Plöckl zeigte sich nicht verwundert über die Gutachterergebnisse.
Es sei schwierig, entlang der Paartalbahn genügend Potenziale für
den Güterverkehr zu finden, kommt Stefan Blaas nach mehrmonatigen
Untersuchungen zu einem ersten Ergebnis. Der Unternehmensberater
der Süddeutschen Consultants in Augsburg, die im Auftrag des Vereins
MAI (München Augsburg Ingolstadt) den Güterverkehr auf die Paartalbahn
heben sollte, will daher nun auch auf den Versuchsbetrieb auf der
Paartalschiene verzichten. Die Demonstrationsfahrt, die den heimischen
Unternehmen zeigen sollte, dass sich Güter zu wirtschaftlichen Preisen
auf Gleisen transportieren lassen, war ursprünglich für den Herbst
dieses Jahres geplant. Sie wird es nicht mehr geben, ist sich Blaas
im Gespräch mit der Schrobenhausener Zeitung sicher. Am morgigen
Mittwoch will Blaas seine ersten Untersuchungsergebnisse in einer
Sitzung der Steuerungsgruppe von MAI vorstellen. Dann solle das
weitere Vorgehen beraten werden. Blaas will den MAI-Mitgliedern
vorschlagen, eine weitergehende Untersuchung anzustellen. Dabei
soll vor allem der kombinierte Verkehr Schiene/ Lastwagen nochmals
genau unter die Lupe genommen werden. Für Blaas ist damit also das
Thema Güterverkehr auf der Paartalbahn noch nicht ganz vom Tisch.
Die Gütermengen entlang der Schiene seien schon interessant, sagt
der Berater. Es gebe Firmen wie Leinfelder und Südstärke, die zahlreiche
Güter umschlügen. Doch alle diese Güter auf der Schiene zu transportieren
habe sich nach Blaas' Worten als schwierig erwiesen. Der Grund liege
vor allem darin, dass die Güter zu viele unterschiedliche Zielorte
hätten. Gingen ganze Waggonladungen ausschließlich aus der heimischen
Region in eine andere Region, rechne sich das Vorhaben schon. Doch
bei den derzeitigen Konstellationen sei der Lastwagen nach wie vor
noch preiswerter als der Güterzug. In Schrobenhausen hat die Süddeutsche
Consultants noch ein anderes Problem. Ein möglicher Interessent
für einen Teil des Ytong-Geländes sei wieder abgesprungen. Den bezeichnete
Blaas als interessanten Kandidaten für den Güterverkehr auf der
Schiene. Ohne eine Firma, die viele Güter auf der Schiene transportieren
lassen wolle, sei das Vorhaben schwer umzusetzen. Selbst die Idee,
die Kohleanlieferungen für das Heizkraftwerk der Firma Leinfelder
auf die Schiene zu verlegen, habe sich nach Blaas' Angaben als unwirtschaftlich
erwiesen. Auch der Einsatz von Wechselbrücken für Lastzüge, die
nach Ingolstadt gebracht würden, rechne sich wirtschaftlich nicht.
Mehr als drei bis vier Waggons am Tag kämen für diese Transportart
nicht in Frage. Auch bei der Südstärke sieht Blaas nicht genügend
Gütertonnage, um einen wirtschaftlichen Güterverkehr aufzuziehen.
"Es gibt ein paar Hoffnungsschimmer, die weiter untersucht
werden sollen", gibt sich Blaas zuversichtlich. Doch auf die
noch im Sommer angekündigte Demonstrationsfahrt eines Güterzuges
auf der Paartalbahn will Blaas nun verzichten. "Damit würden
wir ein trügerisches Feuerwerk zünden", sagt Blaas. Dafür könne
und wolle er keine Verantwortung übernehmen. Schrobenhausens Bürgermeister
Josef Plöckl erstaunen die ersten Ergebnisse nicht besonders. "Das
kann ich mir gut vorstellen", sagte Plöckl auf Nachfrage. Doch
auch er will den Güterverkehr noch nicht ganz ad acta legen. "Wir
können keine Todeserklärung für etwas abgeben, wofür wir als Kommune
nicht zuständig sind", sagt Plöckl. Politisch müssten alle
Möglichkeiten für den Güterverkehr auf der Paartalbahn abgeklopft
werden. Doch die Schuldigen sieht Plöckl an ganz anderer Stelle.
Er gibt den Spielball für den mangelnden Güterverkehr an die Bahn
AG weiter. "Die Bahn hat Aufgaben für die Bevölkerung zu erledigen",
meint das Stadtoberhaupt, "und dafür muss die Bahn auch schon
mal draufzahlen." Schließlich, so Plöckl weiter, betreibe die
Stadt auch Einrichtungen, die nicht kostendeckend arbeiten würden.
In Sachen Paartalbahn meint Plöckl daher auch, dass "die falschen
Leute das Vorhaben in die Hand genommen haben". Damit will
sich Plöckl nicht gegen die Süddeutsche Consultants aussprechen.
"Das wäre eine Aufgabe für die Bahn AG gewesen", bekräftigt
Plöckl nochmals. Die Firmen, für die der Güterverkehr interessant
sein könnte, müssten sich darüber im Klaren sein, dass ein Gleisanschluss
ihr Geld kosten würde. Als eine interessante Firma für den Güterverkehr
auf der Schiene sieht Plöckl in Schrobenhausen ausschließlich die
Südstärke. Gemeinsam mit Landrat Richard Keßler hat Plöckl am morgigen
Mittwoch ein Gespräch mit der Südstärke-Führung. Dabei werde es
neben den Straßenbauproblemen am Hubertuseck auch um den Güterverkehr
auf der Bahn gehen. "Wir haben überhaupt nichts dagegen, wenn
die Straße durch ein Güterverkehrsgleis gequert wird", sagt
Plöckl. Der Bebauungsplan der Stadt für das Hubertuseck eröffne
alle Optionen.
Strecke Augsburger Hbf - Hochzoll
war stundenlang gesperrt 23-10-2001 Tausende Bahn-Reisende waren gestern
Nachmittag nicht zu beneiden: Weil die Strecke zwischen Hauptbahnhof
und Hochzoll stundenlang komplett gesperrt war, kam es zu erheblichen
Behinderungen. Ungezählte Züge mussten umgeleitet werden, zwischen
Hauptbahnhof und Kissing verkehrten Ersatzbusse und auf der Paartallinie
vielen Züge aus. Die Folge: Bahnreisende mussten erhebliche Verspätungen
in Kauf nehmen. Schuld der folgenreichen Behinderungen war ein Oberleitungsschaden
bei der Lechbrücke in Hochzoll. Gestern Nachmittag gegen 12.15 Uhr:
Während der Arbeiten zum vierspurigen Ausbau der Zugstrecke Augsburg
- München stieß ein Bagger bei der Lechbrücke gegen die Oberleitung.
Der Schaden ist laut Deutsche-Bahn-Sprecherin Daniela Blas so groß,
dass auf dem Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Hochzoll nichts
mehr ging - die Zugstrecke musste komplett gesperrt werden. Dies
hatte weit reichende Folgen. Gegen 15.20 Uhr auf Gleis 4 des Hauptbahnhofes:
Sybille Toden aus Utting am Ammersee hatte eigentlich mit dem ICE
788 um 12.23 Uhr nach Hamburg fahren wollen. Doch der Zug blieb
im Bahnhof Hochzoll stehen. Sybille Toden wartete vergeblich - mehr
als drei Stunden lang. „Ich will niemanden beschimpfen. So etwas
kann immer passieren.“ Sie habe zuerst ein Buch gelesen, ist dann
zum Essen gegangen. „Und dann hab ich krampfhaft eine Möglichkeit
gesucht, nach Norden zu fahren“, schildert sie ihre Situation. Dann
hat das lange Warten ein Ende. Der ICE 788 fährt auf Gleis 4 ein
- von einer Diesellok gezogen. „Wir standen jetzt drei Stunden im
Hochzoller Bahnhof. Weil der Strom ausgefallen war, gingen auch
die Lautsprecher nicht. Wir sind mindestens sechsmal durch den Zug
gegangen und haben die Leute informiert“, berichtet ein Zugbegleiter.
Seine Kollegin Nuray Arslan (23) macht den Fahrgästen ein großes
Kompliment: „Die Leute waren sehr nett und geduldig“. Jeder habe
ein Freigetränk bekommen, einen Gutschein über 50 Mark und eine
Ermäßigung für die nächste Bahnfahrt. Fast alle Passagiere, so die
übereinstimmende Beobachtung des ICE-Personals, habe sich ohne Murren
in ihr Schicksal ergeben. „Schließlich kann man ja nichts machen.“
Ehe der ICE 788 nach Hamburg startet, dauert es aber noch bis 15.49
Uhr. Die Diesellok wird abgekuppelt, der ICE-Führer muss die gesamte
Elektronik hochfahren. „Und dann muss er via Computer mindestens
dreimal die Bremsen testen“, erklärt ein Zugbegleiter, der wie seine
Kollegen etliche Überstunden machen muss. Weil einige Fernzüge auf
der Strecke standen, habe teilweise auch das Personal für andere
Züge gefehlt. „Da haben viele auf ihre Ablösung warten müssen.“
Auf einigen Gleisen sind regelrechte „Geisterzüge“ zu sehen, so
der ICE 791, der von Oldenburg kommend nach München wollte. Er schaffte
es nur bis Augsburg. Während gegen 16 Uhr nach und nach ICE in Richtung
Norden starten, müssen Reisende nach München in die zwölf Ersatzbusse
der VGA umsteigen, die bereits auf dem Bahnhofsvorplatz warten.
Die Busse bringen die Fahrgäste nach Mering. Dort warten Züge in
die Landeshauptstadt. Regionalzüge der Ammerseebahn fuhren bis Mering
bzw. über Kaufering zum Hauptbahnhof; Regionalzüge von und nach
Ingolstadt wendeten in Hochzoll. Fernverkehr München - Stuttgart
wurde über Ingolstadt und Donauwörth umgeleitet, Züge in Richtung
Nürnberg fuhren über Ingolstadt. Gegen 16.15 Uhr war der Schaden
teilweise behoben, die Strecke eingleisig wieder befahrbar. Züge
auf den Strecken München - Dortmund und München - Hannover fuhren
wieder - aber mit erheblichen Verspätungen. Das zweite Gleis war
um 19 Uhr wieder befahrbar.
Alle fahren auf die
Regional-S-Bahn ab - Auch Augsburger Verkehrsverbund unterstützt
Konzept 10-10-2001 Landkreis
Augsburg/Neusäß - Züge im 15-Minuten-Takt nach Augsburg und in die
Region, zusätzliche Haltepunkte und durchgebundene Züge am Augsburger
Hauptbahnhof unter anderem nach Schwabmünchen und Dinkelscherben
- dieser Forderung haben die Kreisverbände Augsburg, Augsburg Land
und Aichach-Friedberg mit einer Resolution bei ihrer „Nahverkehrskonferenz“
in der Neusässer Stadthalle Nachdruck verliehen. „Das heiße Eisen
- Schienennahverkehr im Großraum Augsburg“ lautete das Motto des
Abends. Die Neusässer Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen,
Silvia Dassler, erinnerte, dass 1996 das Konzept des Augsburger
Verkehrsverbundes (AVV) eines S-Bahn-ähnlichen Verkehrs erstmals
vorgestellt worden war. Doch seit der „Diedorfer Erklärung“ von
damals sei nichts passiert. 1998 war das AVV-Konzept als Regionaler
Nahverkehrsplan zwar vom Augsburger Stadtrat und den beiden Kreistagen
beschlossen worden, der Plan bisher noch nicht in den Gesamtverkehrsplan
aufgenommen worden. Der Neusässer Bürgermeister Dr. Manfred Nozar
beklagte, dass der Landkreis Augsburg mit bayerischen Zuschüssen
für den Regionalnahverkehr in den letzten Jahrzehnten schlecht bedient
worden sei. Andererseits hob er auch die gute Busverbindung von
Neusäß zur Augsburger Fuggerstraße hervor. „Ein S-Bahn-Netz darf
für die Stadt Neusäß keine Verschlechterung bringen“, so der Bürgermeister.
Andererseits seien beispielsweise die derzeitigen Zubringerdienste
zu den alten Bahnhöfen in Neusäß und Westheim nicht gerade ideal.
Der Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der Grünen,
Albert Schmidt, bezeichnete die angedachte Erweiterung der Münchner
S-Bahn-Linie von Nannhofen nach Augsburg als „Alibiveranstaltung“:
„Uns geht es um eine Verbesserung des Augsburger Regionalverkehrs.“
Nach Darstellung von Raimund Kamm (Bund Naturschutz) leiden besonders
die Gemeinden rund um Augsburg, wie beispielsweise Neusäß, an dem
dichten Durchgangsverkehr in die Lechmetropole. „Was ging es uns
besser, wenn wir die Weldenbahn noch hätten“, sagte Kamm. „Wir müssen
endlich die Bahnverbindungen in alle vier Himmelsrichtungen mehr
ausbauen“ - nach Dinkelscherben im Westen, Donauwörth und Meitingen
im Norden ebenso wie nach Schwabmünchen im Süden oder Aichach im
Osten. Neben der Umsetzung des AVV-S-Bahn-Konzepts rief Kamm auch
zum „Kampf für gescheite Bahnhöfe, zum Beispiel in Diedorf“, auf:
„Es kann nicht sein, dass Leute dort in die Ecken urinieren. An
einem Bahnhof will ich mich wohlfühlen, nicht im Regen stehen.“
Zur „Ehrenrettung“ der derzeitigen Situation im Regionalverkehr
sagte AVV-Geschäftsführer Dr. Arno Ruile: „So schlecht ist es gar
nicht.“ Immerhin fahren pro Tag 425 Züge auf sechs Regionalbahn-Strecken.
Er räumte ein, dass der regionale Schienenverkehr den heutigen Ansprüchen
nicht mehr genüge. Ruile pries die Vorzüge des S-Bahn-Konzepts.
Durch die Schaffung von Durchmesser-Linien, die nicht mehr am Augsburger
Hautbahnhof beginnen und enden, entstünden optimale und zeitsparende
Direktverbindungen, zum Beispiel von Meitingen nach Mering. Ruile
nannte interessante Zahlen. So würde ein durchgehender Zug von Neusäß
zum Messezentrum nur 12 Minuten brauchen. Weitere Beispiele: Hirblinger
Straße-Hochzoll 11 Minuten (bisher 40), Oberhausen-Universität 16
(bisher 28). Als wieder eingerichteter, zusätzliche Haltepunkt ist
unter anderem Bärenkeller/Hirblinger Straße angedacht. Neben einer
besseren Vertaktung sollen auch moderne Züge fahren.
Augsburg HBF wird modernisiert
01-10-2001 Augsburg - Der Augsburger Hauptbahnhof
wird in den nächsten Monaten modernisiert. So sollen weitere Gepäck-Förderbänder
installiert werden und die Zugzielanzeigen erneuert werden. Auch
der kleine Abfahrtsmonitor in der Eingangshalle soll einer großen
Anzeigetafel weichen. Zudem stehen Ausbesserungsmaßnahmen z. B.
an Dächern und Wänden an.
Umleitung AVV-Linien wegen Gleisbauarbeiten
20-09-2001 Aichach - Wegen Gleisbauarbeiten
wird der Bahnübergang in der Donauwörther Straße in Aichach von
Freitag, 28 September bis Mittwoch, 3. Oktober für den Verkehr geesperrt.
Der Verkehr wird großräumig umgeleitet. Wegen einer Teilsperrung
der Münchener Straße in Aichach werden vom 21. September bis
voraussichtlich 21. November die Regionalbuslinien 206, 244 und
250 umgeleitet. Die Haltestelle Aichach Landratsamt kann in dieser
Zeit nicht angefahren werden. Als Ersatz dient die Haltestelle Augsburger
Uhr bis Mittwoch, Straße. Verlauf der betroffenen Linien:
206 Augsburg - Friedberg - Wiffertshausen - Paar - Harthausen -
Dasing - Gallenbach - Ecknach - Aichach; 244 Xyger - Obermauerbach
- Untermauerbach - Untergriesbach - Aichach; 250 Adelzhausen - Hohenzell
- Kiemertshofen - Tödtenried-Sielenbach - Klingen - Aichach.
Das
Erreichte ist nicht genug - CSU-Politiker ziehen positive Bilanz
und fordern weitere Verbesserungen 07-08-2001 Aichach/Friedberg - Eine positive
Bilanz über die Nahverkehrsentwicklung im Großraum Augsburg haben
kürzlich die CSU-Mandatsträger aus Augsburg und den Landkreisen
Aichach-Friedberg und Augsburg gezogen. Seit 1992 habe der Verkehr
auf den Regionalbahnlinien um 37,5 Prozent und die Zahl der Fahrgäste
seit 1995 um rund 20 Prozent zugenommen. Allein auf der Paartalbahn,
so CSU-Landtagsabgeordneter Christian Knauer, habe sich der Zugverkehr
mit einer Zunahme von 65 Prozent weit mehr als verdoppelt. Im Frühjahr
konnte der gesamte Zugverkehr auf der Paartalbahn auf neue attraktive
Fahrzeuge umgestellt werden. Ergänzt werde die Schiene als Rückgrat
des Verkehrssystems durch den Regionalbus. So würden im AVV-Gebiet
durch 104 Buslinien alle Orte mit mehr als 200 Einwohner zwischenzeitlich
erschlossen, 800 Anschlüsse gewährleisteten einen direkten Umstieg
von Bus und Zug. Trotz der täglich rund 5700 beförderten Personen
halten die CSU-Landtagsabgeordneten Christian Knauer, Bernd Kränzle,
Max Strehle und Sebastian Kuchenbaur diesen Anteil für zu gering.
Deswegen wollen sie gemeinsam mit ihren Bundestagskollegen Eduard
Oswald und Dr. Christian Ruck sowie dem Oberbürgermeister und den
Landräten für weitere Verbesserungen eintreten. Für Fahrten, die
über den Augsburger Hauptbahnhof gingen, seien durch die Einrichtung
so genannte „Durchmesserlinien“ wesentlich kürzere Fahrzeiten zu
erreichen. Um eine Verdichtung des Taktverkehrs zu ermöglichen,
wolle man zusammen mit dem Augsburger Verkehrsverbund für die Beseitigung
von Engpässen im Netz eintreten. Hierzu sei ein zweigleisiger Abschnitt
zwischen Friedberg und Paar erforderlich. Ohne die Investitionen
in die Ballungszentren München und Nürnberg in Frage stellen zu
wollen, müsse auch die Region Augsburg verkehrspolitisch angemessen
zum Zuge kommen. Für eine bessere Erschließung des Kundenpotentials
seien - so Knauer - der Bau neuer Haltepunkte, deren behindertengerechter
Ausbau und Bahnsteigveränderungen dringend notwendig. Im Landkreis
Aichach-Friedberg strebe man die Wiederbelebung des Haltepunkts
in Paar an. Außerdem müsse das Park + Ride-Ausbauprogramm zügig
umgesetzt werden. Nachdem die Mittel vom Freistaat zur Verfügung
gestellt wurden, sei nunmehr die Bahn am Zug. Gemeinsam im Auge
behalten wollen die CSU-Mandatsträger die Fahrplangestaltung nach
Fertigstellung der ICE-Strecke München-Ingolstadt. Es dürfe durch
den Wegfall von Fernzügen nicht zu Benachteiligungen der Pendler
zwischen München und Augsburg kommen. Nach Beendigung des viergleisigen
Ausbaus der Bahnstrecke Mering-München strebe man dort eine Verdichtung
des Taktverkehrs auf 30 Minuten ganztägig und 15 Minuten in den
Hauptverkehrszeiten an. Vollständig realisieren möchte man auch
den ganztägigen Halbstundentakt auf der Paartallinie zwischen Augsburg
und Aichach. Als unrealistisch bezeichneten die CSU-Abgeordneten
jüngste Forderungen von Rot-Grün nach einer S-Bahn im Bereich Augsburg.
Noch bis vor kurzem war man sich über die Parteigrenzen im Landtag
hinweg einig, durch die Durchbindung der Strecken und Taktverdichtungen
einen leistungsfähigen Regioverkehr aufzubauen. Mit der Umsetzung
der bereits im Landtag gefassten Beschlüsse könne nach Fertigstellung
der großen DB-Baumaßnahmen zwischen Augsburg und München sowie Ingolstadt
und der Landeshauptstadt begonnen werden.
Zug
fuhr ab: Hund drin, Herrchen draußen 06-08-2001 Augsburg
- Konrad K. aus Augsburg wird
die Aufregung um seine achtjährige Jagdhündin „Tussi“ so schnell
nicht vergessen. Und mit der Bahn wird er auch so schnell nicht
mehr fahren. Denn als der 59-Jährige nach einem Radausflug von Aichach
aus mit der Paartalbahn nach Augsburg zurückfahren wollte, schlossen
sich völlig überraschend die Türen und der Zug setzte sich in Bewegung.
Hund „Tussi“ war schon drin, das Herrchen stand noch auf dem Bahnsteig.
Konrad K. und seine Frau Lissy waren von Augsburg aus nach Aichach
geradelt, um sich die Stadt anzuschauen. Jagdhündin „Tussi“ war
natürlich mit dabei. Am späten Nachmittag wollte das Ehepaar zusammen
mit dem Vierbeiner mit dem Zug zurückfahren. Der hypermoderne Triebwagen
mit der Bezeichnung VT 642, der seit Juni auf der Paartalstrecke
verkehrt, stoppte. Konrad K.: „Meine Frau hievte den Hund zuerst
in den Wagen. Dann wollten wir die Räder hineinstellen. Doch plötzlich
ging die Türe zu. Der Zug fuhr einfach ab - mit unserem Hund.“ Er
und seine Frau seien nicht die einzigen gewesen, die völlig perplex
auf dem Bahnsteig zurück geblieben waren, so der Augsburger. „Da
standen auch noch andere Leute und schimpften.“ Wenn Konrad K. nach
diesem Vorfall auch nicht gut auf die Bahn zu sprechen war, so lobt
er doch die Reaktion des Aichacher Fahrdienstleiters: „Der setzte
alle Hebel in Bewegung.“ Weil der Zugführer des Triebwagens den
Funk nicht eingeschaltet hatte, wurde der Bahnhof in Dasing informiert.
Als der Triebwagen dort stoppte, holte eine Bahnbediensteten die
Jagdhündin aus dem Zug. Konrad und Lissy K. reisten mit dem folgenden
Zug nach. „Tussi“ erwartete Herrchen und Frauchen schon Schwanz
wedelnd. „Was wäre passiert, wenn wir nicht so einen gutmütigen
Hund hätten, sondern einen, der vielleicht im Zug ausgerastet wäre?“
fragt der 59-jährige. Er kann nicht verstehen, dass bei der Abfahrt
des Zuges niemand den Überblick auf dem Bahnsteig hat. „Ich habe
keinen Zugbegleiter gesehen. Da war niemand da, der das Abfahrtssignal
gab.“ Der Sprecher der Bahn AG in München, Franz Lindemair, bestätigt
die Beobachtung: „In den neuen, kurzen Triebwagen gibt es keinen
Zugbegleiter mehr. Der Triebwagenführer sitzt hinter einer Glasscheibe,
kann beobachten, was im Zug vor sich geht und schaut, bevor er abfährt,
aus dem Fenster, ob sich noch jemand in einer Tür befindet. Im Prinzip
ist das jetzt wie in einer S-Bahn.“ Die Tatsache, dass auf dem Bahnsteig
noch Menschen stehen, sei für den Zugführer nicht relevant. „Die
können ausgestiegen sein, oder es können Leute sein, die jemand
zum Zug begleitet haben, draußen stehen und winken.“ Der Triebwagenführer
spekuliere nicht, so Franz Lindemeir. „Für ihn stellt sich nur die
Frage: Steht noch jemand in der Tür oder nicht? Wenn nicht, dann
schließt er die Türen, verriegelt sie und fährt ab.“ Das Türenschließen
werde durch einen lauten Piepston angekündigt. Den Fahrgästen müsse
klar sein, so Lindemair, dass ein Zug nicht minutenlang auf dem
Bahnhof hält. Hunde, so rät der Bahnsprecher, sollte man immer an
der Leine haben, wenn man mit ihm Zug fährt. Habe jemand ein Rad
oder mehrere Gepäckstücke dabei, so sollte man die Türe sperren,
in dem man beispielsweise ein Rad dazwischen stellt. „Dann kann
die Türe nicht zugehen, der Zug nicht abfahren.“
Raderlebnisse
und Badespass für
die ganze Familie 04-08-2001 Das Wittelsbacher Land, im Landkreis Aichach-Friedberg
zwischen Augsburg und München bietet Wander- und Raderlebnisse für
die ganze Familie. Der
Paartalwanderweg führt durch eine im tertiären Hügelland einzigartige
Landschaft. Das Paartal ist eine der letzten naturnahen Flusslandschaften im
Herzen Bayerns. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten haben hier ihren
Lebensraum. In der Aue entfaltet sich eine vielfältige Landschaft mit
Altgewässern, Auwaldresten, Röhrichtgesellschaften und Feuchtwiesen. Der Radweg
verbindet den Donauradweg bei Großmehring mit dem Radweg Romantische Straße bei
Friedberg. Die Route berührt die reizvollen Donau- und Paarauen, führt auf
verkehrsarmen Straßen und Feldwegen entlang des kleinen Flüsschens Paar und
quert Spargel- und Hopfenanbaugebiete. In
Radersdorf, direkt am nördlichen Stadtrand von
Aichach liegt hinter dem
Bahnhof der Radersdorfer Baggersee. Für ausreichende Parkplätze
ist gesorgt, Dusch- und WC-Anlagen sind vorhanden. Das Freizeitzentrum erfreut
sich großer Beliebtheit und die "Seestuben" sorgt für das leibliche Wohl der
Badegäste. An der
Stadtgrenze von Friedberg liegt der Friedberger See der durch seine Wasserskianlage Freizeitsportler
aus Nah und Fern anzeiht. Toiletten- und Duschanlagen sind installiert, Liegewiesen sowie
ein Parkplatz stehen zur Verfügung. Die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn bringen Sie schnell und sicher zu Ihren
Ausgangspunkten. Im Augsburger
Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV) ist Fahrradmitnahme auf
der Paartalbahn von Augsburg bis Radersdorf sogar
kostenlos. Die Treibwagen bieten
im Wagen 1 ein großes Mehrzweckabteil
mit Stellmöglichkeiten für Fahrräder.
Güterverkehr
ist auf der Kippe Paartalbahn: Diskussion über Güterverkehrs-Projekt
auf der Schiene - Firmen sollen mitziehen 11-07-2001 Aichach/Schrobenhausen
- Die Zukunft des Güterverkehrs auf der Paartalbahn steht auf der
Kippe. Sie hängt von der Bereitschaft der Firmen ab, sich im Rahmen
des Projektes „Güterverkehr auf die Paartalbahn“ hinsichtlich der
auf die Schiene zu bringenden Gütermenge zu äußern. Bei einer Informationsveranstaltung
„auf halber Strecke“ in Schrobenhausen diskutierten Firmen und Kommunen
Gebietskörperschaften über den Güterverkehr auf der Bahnlinie Augsburg-Ingolstadt.
Ziel des Projekts ist, die bestehende Schieneninfrastruktur wieder
für den Güterverkehr zu nutzen und den Wirtschaftsraum zu stärken.
Der Wirtschaftsraum München-Augsburg-Ingolstadt (MAI) hat das Projekt
im Frühjahr gestartet, nachdem auf der Paartalbahn von der DB-Cargo
sämtliche Verträge wegen des zusammen gebrochenen Güterverkehrs
gekündigt wurden. Ziel sei es, so MAI-Vize-Vorsitzender Johannes
Hintersberger (Wirtschaftsreferent der Stadt Augsburg), aus volks-
und betriebswirtschaftlichen Gründen die Paartalbahn für den Güterverkehr
mittelfristig wieder bzw. neu zu nutzen. Der DB-Netz und Cargo und
privaten Anbietern sollen dazu Vorschläge unterbreitet werden. Der
Neuburger Landrat Dr. Richard Keßler begrüßte die Initiative der
MAI und betonte, dass die Bahn auch für den Güterverkehr erhalten
bleiben müsse. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sage uneingeschränkt
„Ja“ dazu. Keßler hatte die dringende Bitte an die Betriebe, sich
konkret zum Güterverkehr auf der Paartalbahn zu äußern und damit
den Kommunen für die Zukunftssicherung der Bahn den Rücken zu stärken.
Schrobenhausens Erster Bürgermeister Josef Plöckl malte schwarz
und sah die Straße, sprich die B300 als Parkplatz für Lastkraftwagen,
während sich die Bahn aus dem Regionalverkehr zurückziehe und die
Kosten für die Gleise auf die Anschlussnehmer abwälze. Auch er appellierte
an die Betriebe auf, sich zu beteiligen, um feststellen zu können,
ob der Schienengüterverkehr bezahlbar ist. Projektleiter Wolfgang
Mahnkopf (Augs-burg) sieht es als seine Aufgabe, die Partner zusammen
zu bringen und zu überzeugen, dass der Schienengüterverkehr günstiger
als der Güterstraßenverkehr ist. Damit entfalle auch für die Bahn
die Argumentation, die dritten Gleise in den Bahnhöfen und die Industriegleise
wegen fehlender Gütermengen abzubauen. Projektant Diplombetriebswirt
(FH) Stefan Blaas von der Süddeutsche Consultants Augsburg schilderte
den Ablauf der Projektstudie: Marktanalyse (derzeitige Phase), danach
der Businessplan mit Datensammlung und -auswertung bis September
und als dritte Phase der Pilotbetrieb im Frühherbst. Nach seinen
Informationen gibt es im Bereich Schrobenhausen einen Warenzugang
von 626000 Tonnen pro Jahr (157 Lastwagen täglich) und einen Abgang
von 445000 Tonnen pro Jahr (108 Lastwagen). Er bemängelte, dass
bisher nur wenige Firmen bereit waren, Versanddaten herauszugeben.
Hier sei eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit nötig,
um eine ausreichende Basis zur Erhaltung der Infrastruktur zu erhalten.
Zu diesem Zwecke wird für die Phase II den Betrieben eine Vereinbarung
über die Zusammenarbeit vorgelegt, in der ausdrücklich die Datensicherheit
gewährleistet werde. Gleichzeitig diene das Untersuchungsergebnis
als Pilotprojekt für vergleichbare Wirtschaftsräume Bayerns. Klaus
Zenger (Firma YTONG) teilte mit, dass man Kosten in erheblichem
Umfange für den Erhalt der Gleise zugesagt habe. Es wolle sich auch
ein weiteres Unternehmen auf dem Betriebsgelände in Schrobenhausen
ansiedeln, dass aber zur Voraussetzung einen Gleisanschluss mache.
Richard Lenk (Südstärke) bekannte sich zum Anschlussgleis, das in
den nächsten Jahren immer mehr benötigt werde. Derzeit bringe man
50-60000 Tonnen Fracht auf den Weg, wovon einiges auf die Schiene
gebracht werden könnte. Er forderte dazu aber von der Stadt eine
Überplanung des Königslacher Weges. Hans Wiedmann (Heggenstaller,
Unterbernbach) ging es nur um den Versand. Weil der direkte Gleisanschluss
gekappt worden ist, brauche er entsprechende Alternative. Projektleiter
Wolfgang Mahnkopf brachte es zum Schluss der Informationsveranstaltung
nochmals auf den Punkt: Man solle mit offenen und ehrlichen Karten
spielen, denn man habe keine Zeit mehr zu verlieren.
Weniger
Lärm und mehr Komfort - Was Pendler und Anwohner zur neuen Paartalbahn
sagen
16-05-2001 Aichach/Friedberg - Ein dreifaches
Piepen zerreißt die Morgenruhe. Es ist Signal, Weckton und eine
Art Countdown in einem. Es signalisiert: „Vorsicht, die Türen schließen
sich gleich.“ Oder auch: „Beeilung.“ Für etliche Menschen aus dem
Kreis Aichach-Friedberg gehört das Piepen in der Früh seit Anfang
Juni zur Morgenstund wie ein heißer Kaffee - das Piepen des neuen
Verbrennungstriebwagens VT 642 auf der Paartallinie. Der Signal-Weck-Countdownton
ist nicht das einzig Neue für die Paartal-Pendler. Hellblaue Sitze
mit dunkelblauem Aufdruck, große Fenster, viel Licht - das Innenleben
des äußerlich auffallend roten Triebwagens ist im Vergleich zum
Vorgänger „ästhetisch befriedigender“, meint der Pendler Fritz Wolf.
Der 58-jährige Aichacher hat beim Pendeln den Kühbacher Michael
Richter kennen gelernt. Jeden Morgen treffen sich der Beamte und
der 57-jährige Technische Angestellte am Bahnsteig, um gemeinsam
in der Paartalbahn um 6.44 Uhr nach Augsburg zu fahren. Ohne Stau,
ohne Ampeln, ohne Stress und ohne Parkplatzsuche. Zudem sind sie
schneller am Ziel als mit dem Auto. „Wir sind richtig entspannt,
wenn wir in Augsburg ankommen, und können uns im Zug auf die Arbeit
vorbereiten“, erklärt Richter und freut sich, dass er das allmorgendliche
Verkehrs-Chaos umgeht. „Die Taktzeiten sind okay; zu Hauptverkehrszeiten
ist die Paartalbahn ideal.“ Die
Ruhe vor der Arbeit ist den beiden Pendlern auch einiges wert, für
die Fahrpreiserhöhung haben sie Verständnis. „Das tut zwar am Geldbeutel
weh, aber die gestiegenen Benzinpreise wirken sich nun einmal aus“,
schildert Richter und Wolf ergänzt: „Das ist immer noch billiger,
als wenn man einen Stellplatz in einem Augsburger Parkhaus bezahlen
müsste.“ Abgesehen davon, dass die Klimatisierung des VT 642 „nicht
ideal gelöst“ ist und die kalte Luft an „wärmeren Tagen an den Fenstern
herunter bläst“, sind Richter und Wolf mit dem neuen Triebwagen
zufrieden. „Passt schon“, meint Richter. Drei Reihen weiter sitzt
Karlheinz Brohl. Der Weg zur Arbeit ist für ihn etwas länger als
für die beiden Pendler-Bekannten. Der Versicherungskaufmann fährt
jeden Werktag mit der Paartalbahn nach Hochzoll und dann weiter
mit der Regionalbahn nach München. „Ich komme einfach entspannter
am Arbeitsplatz an“, betont auch Brohl. „Der neue Triebwagen“, so
der Aichach-München-Pendler, „ist wesentlich besser als der alte.
Er ist heller, hat freundlichere Farben und vor allem klappert er
nicht so wie der alte.“ Auch mit der Anbindung ist der 36-Jährige
ganz zufrieden. Morgens jedenfalls. „Abends sind die Wartezeiten
bei der Anbindung zur Paartalbahn länger, das stört etwas“, sagt
Brohl und schiebt wenig später einen weiteren Kritikpunkt nach:
„Was sich verschlechtert hat ist das Fahrradstellangebot. Die Räder
können nicht angebunden werden und nehmen auch Sitzplätze weg. Gerade
in den Morgenzügen ist das problematisch.“ Die Fahrpreiserhöhung
nimmt er gelassen. „Alles wird schließlich teurer“, sagt Brohl,
während er fast wie in einem gläsernen Zug mit 120 Kilometern in
der Stunde durch die Landschaft saust. Wenig später hält der
VT 642 in Dasing. Das Quietschen der Bremsen hört auch Martin Reisner,
der mit seiner Frau Maria nahe der Bahnlinie wohnt. Als noch die
Dieselloks die Strecke befuhren, hatten er und andere Bürger sich
wegen der Lärmbelästigung an den Dasinger Bürgermeister Lorenz Arnold
gewandt. „Ich bin froh, dass jetzt keine Beschwerden mehr kommen“,
sagt Arnold und betont: „Das ist ein Erfolg.“ Auch Reisner ist mit
dem VT 642 „im Großen und Ganzen zufrieden“. „Der Lärmpegel hat
abgenommen, der Zug klappert und stinkt nicht mehr so wie die Dieselloks.“
Weiterhin stört ihn der kurze Takt der Züge und das Bremsen-Quietschen.
„Wenn die Züge etwas langsamer fahren und keine Vollbremsung hinlegen
würden, würden die wohl weniger quietschen“, vermutet Reisner. Brohl eilt von der höher gelegenen Sitzebene zum Niederflur des
Zuges und weiter zum Anschlusszug. Auch Renate Haug steigt hier
aus und muss mit dem Bus den Weg zur Arbeit fortsetzen. Doch zuvor
hatte die Bedienung noch Zeit für Lob und Kritik am VT 642. „Die
Beinfreiheit lässt zu wünschen übrig“, stellt Renate Haug fest und
sieht wie Karlheinz Brohl ein Problem im Fahrradtransport. Auch
schlägt sie dem Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund vor, in den
Zügen Fahrkartenautomaten zu installieren. Denn: „Wer knapp kommt,
der hat Pech gehabt, wenn ein Kontrolleur kommt“, erklärt die 38-jährige
Aichacherin und wirft einen Blick durch die großen Fenster. „Der
Zug ist leiser und er ruckelt weniger“, lobt Renate Haug. „Das Ein-
und Aussteigen ist besonders für ältere Leute wesentlich einfacher,
weil es die hohen Stufen nicht mehr gibt.“ Renate Haug und Karlheinz
Brohl sind ausgestiegen, nach sechs Sekunden setzt das dreifache
Piepen wieder ein. Das Piepen, das der VT 642 auch ausstößt, wenn
er die Menschen ausgespuckt hat, wenn er seine Türen wieder schließt.
Das Piepen, das Renate Haug als „penetrant“ bezeichnet.
Seit 10. Juni 20001
gelten die neuen Fahrpläne - Der AVV erhöht die Tarife
Seit Sonntag, 10.
Juni, tritt der Fahrplanwechsel des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV):
Betroffen sind im Landkreisnorden vor allem einige Buslinien, neben wenigen
Änderungen auf der Paartalbahn, die sich meist im Minutentakt bewegen. Neu ist
auch, dass die Deutsche Bahn AG seit 10. Juni nur noch die neuen Triebwägen „VT
642“ einsetzt. Bereits seit 1. Juni gelten die AVV-Tariferhöhungen, die
eine durchschnittliche Fahrpreiserhöhung von 5,7 Prozent ausmachen. Beim
Fahrgastverband „Pro Bahn“ steht die vollständige Ablösung der alten
Dieselzugwägen durch die knallroten Verbrennungstriebwägen „VT 642“ hoch im
Kurs: „Die neuen Triebwägen sind komfortabel und bieten mit ihrem niedrigen
Einstieg eine Verbesserung“, so Winfried Karg von „Pro Bahn“. „Es gibt zwar
kleine Pannen, die bei neuer Technik nicht zu vermeiden sind, aber im großen
und ganzen funktionieren die Züge recht gut.“ Bezüglich der
(geringfügigen) Fahrplan-Änderungen auf der Paartalbahn empfiehlt „Pro Bahn“
den Fahrgästen, sich rechtzeitig über die neuen Zeiten zu informieren, „damit
niemand den Zug von hinten sieht“. Als besonders „herausragend“ unter den
Neuerungen bezeichnet Arno Ruile, der Abteilungsleiter für Steuerung und
Planung beim AVV, die Einführung des Anrufsammeltaxis (AST) in Friedberg. Auch
in Fahrplanlücken, abends und am Wochenende, haben die Rieder, Eurasburger,
Harthauser und Ottmaringer jetzt die Möglichkeit, ohne Auto nach Friedberg zu
kommen. In Aichach gibt es das AST schon seit vielen Jahren. So nutzten im Jahr
2000 fast 1700 Fahrgäste den Service. „Mit dem neuen Fahrplan fährt das
Anrufsammeltaxi zwischen Aichach und Pöttmes allerdings noch öfter“, informiert
Ruile. „Vier Mark kostet eine Einzelfahrt. Kinder, Zeitkarteninhaber und
Schwerbehinderte zahlen zwei Mark pro Fahrt mit dem AST.“ Die Tariferhöhungen im AVV waren laut Iris
Wunderlich-Peter, der Abteilungsleiterin für Tarif und Wirtschaft,
unumgänglich. Hauptgrund seien die gestiegenen Treibstoffpreise, deren Anteil
bei ca. zwei Prozent liegt. So kostet beispielsweise die Einzelfahrkarte von
Aichach nach Augsburg seit 1. Juni 8,10 Mark, die Streifenkarte nicht mehr 12,
sondern 13 Mark.
PRO BAHN gibt neuen Taschenfahrplan für Schrobenhausen
heraus
12-05-2001 Seit
10. Juni 2001 gilt der neue DB Fahrplan. Er wird bis zum 14. Dezember 2002 gelten. Auf der Paartalbahn bewegen
sich die wenigen Änderungen meist im Minutenbereich. Bei der PRO BAHN
Kreisgruppe Neuburg-Schrobenhausen erhofft man sich für das neue
Fahrplanjahr, dass auch die letzten lokbespannten Züge durch die neuen
Triebwagen ersetzt werden, nachdem nun seit mehreren Wochen ja bereits der
größte Teil der Zugleistungen mit den modernen Fahrzeugen erbracht wird. Auf
der Donautalbahn zwischen Ingolstadt und Donauwörth werden sich die Bahnbenutzer
auf einige Änderungen einstellen müssen. So entfällt der Stundentakt am Samstag
Vormittag. Außerdem werden die Taktzüge am Wochenende nur noch bis Donauwörth
fahren. Richtung Ulm muss dann umgestiegen werden. Allerdings werden die Züge ab
Donauwörth dann bis Stuttgart durchfahren. Bis Oktober werden zwischen Ulm und
Regensburg zweimal täglich in beiden Richtungen Züge verkehren, die besonders
auf die Bedürfnisse der Radfahrer ausgelegt sind. Diese Züge halten nicht an
allen Bahnhöfen, haben aber längere Aufenthaltszeiten für die Radverladung.
Außerdem besteht in Ingolstadt eine Anschlussmöglichkeit zu einem ähnlichen
„Radlerzug“ in Richtung Eichstätt. Erhebliche
Bauarbeiten auf der Strecke Ingolstadt-München machen eine weitere
Fahrzeitverlängerung auf dieser Verbindung notwendig. Daraus resultieren bei den
Regionalbahnen und S-Bahnen nach München andere Abfahrtszeiten. Der Busfahrplan
Schrobenhausen-Petershausen der RBA musste deshalb ebenfalls angepasst werden.
Manche Abfahrtszeiten verschieben sich dabei um einige Minuten. Die Pendler
sollten also ihre gewohnten Abfahrtzeiten überprüfen, um nicht am 11. Juni nur
noch die Rücklichter des Busses zu sehen. Nachzulesen sind diese Änderungen in den neuen
Taschenfahrplänen 2001/02, die der Fahrgastverband PRO BAHN aktualisiert hat und
kostenlos verteilt. Diese liegen im
Bahnhof Schrobenhausen, im Rathaus und in den Geschäften der Anzeigenkunden aus.
Augsburg:
Neue Trambahn Neubaustrecke fährt nun bis zur Stadtgrenze - Am 08.06.01 war Einweihung
09-05-2001 Vier Scheren schnappten gleichzeitig zu und zerschnitten das Band in
den Stadtfarben. Dann konnte sich der festlich geschmückte Combino in Bewegung
setzen. Das neue Endstück der Linie 4 vom Bärenwirt bis Augsburg-Nord wurde
gestern feierlich eingeweiht. Augsburgs OB Peter Menacher, Bürgermeisterin Margarete
Rohrhirsch-Schmid sowie die Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhold Wenninger und
Dr. Claus Gebhardt zerschnitten gleichzeitig das Band und gaben damit den
Startschuss für das neue Teilstück der Linie 4. Mit Margarete Rohrhirsch-Schmid
im Führerstand - sie hatte das Tramfahren vorher im Depot geübt - ging es dann
auf die neue, 2,25 Kilometer lange Trasse mit den vier neuen Haltestellen
Zollernstraße, Eschenhof, Alpenhof und Augsburg-Nord. Am neuen Park-and-ride Platz an der Endstation wurde das freudige Ereignis
für den Öffentlichen Nahverkehr dann auch gefeiert. Dafür hatten die Stadtwerke
ein Zelt aufgestellt. Es gab eine Brotzeit und Getränke für die Fahrgäste. Die
Stadtwerke-Kapelle sorgte für die musikalische Unterhaltung. Vorher ergriffen aber Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhold Wenninger und OB
Menacher das Wort. Beide betonten den großen Vorteil, den das neue Tramteilstück
für Oberhausen bringen wird. „Wir haben den Stadtteil vorangebracht“, sagte
Menacher und nannte weitere Projekte wie zum Beispiel die Sanierung des
Eschenhofes oder den Umbau des LVA-Gebäudes. Durch die Neuanpflanzung von 500
Bäumen werde die Donauwörther Straße außerdem zu einem schönen Entree für die
Stadt. Beide Redner bedankten sich auch beim Zuschussgeber für das
Straßenbahnprojekt, dem Freistaat, der mehr als 80 Prozent der 43 Millionen Mark
Gesamtkosten getragen hat. Menacher zeigte sich froh, dass in Sachen
Öffentlicher Nahverkehr in Augsburg nun eine Menge vorangehe. 13 neue moderne
Wagen vom Typ Combino seien bestellt, der Spatenstich für die neue Linie 2 zum
Klinikum erfolgt. Zuversichtlich blicke er in die Zukunft - Stichwort Linie 6
nach Hochzoll und Tramanbindung nach Königsbrunn. „In den letzten zehn Jahren
sind 500 Millionen Mark in den Nahverkehr geflossen, darauf können wir stolz
sein“, so Menacher.
Fahrplanwechsel am 10
Juni 2001 31-05-2001 Zum Fahrplanwechsel bleibt das Zugangebot
auf der Paartalbahn nahezu unverändert. Bei einzelnen Zügen wird
die Abfahrts- und Ankunftszeit geringfügig geändert. Neu: AnrufSammelTaxi
(AST) im Raum Friedberg/Ried/Eurasburg/Harthausen/Ottmaring. Ab
dem 10. Juni 2001 gibt es für den Raum Friedberg, Ried, Eurasburg,
Harthausen und Ottmaring das AnrufSammelTaxi, kurz AST genannt.
Von jeder mit AST gekennzeichneten Bushaltestelle kann nach Friedberg
gefahren und an den Haltestellen Marienplatz, Stadthalle, Bahnhof,
Münchner Straße oder Marquardtstraße ausgestiegen und auch wieder
eingestiegen werden. Das AST bringt Sie auch wieder zurück. Auf
Wunsch sogar bis vor die Haustüre. Das AST fährt zu den in den Fahrplantabellen
angegebenen Abfahrtszeiten. Sie müssen Ihren Fahrtwunsch bis spätestens
45 Minuten vor der im Fahrplan angegebenen Abfahrtszeit telefonisch
bei der TaxiAugsburg eG unter 08 21/3 50 25 oder 3 63 33 anmelden.
Neuer Verbundfahrplan des Augsburger
Verkehrs- und Tarifverbundes AVV 30-05-2001 Der neue Verbundfahrplan des Augsburger
Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV) gilt vom 10. Juni 2001 bis zum 14. Dezember
2002 und ist der längste Verbundfahrplan in der 15jährigen Geschichte des AVVs.
Seit 28. Mai 2001 gibt es das neue Verbundfahrplanbuch für 5,00 DM (2,50
EUR) bei den Verkaufsstellen des AVV. Das Fahrplanbuch des Augsburger Verkehrs-
und Tarifverbundes, umfasst tausend Seiten und enthält das Fahrten- und
Haltestellenverzeichnis aller Regionalbus- und Regionalbahnlinien sowie der
Straßenbahn- und Buslinien der Stadtwerke Augsburg Verkehr-GmbH und des Verkehrsbetriebs
der Stadtwerke Gersthofen. Fahrplan- und Fahrpreisauskünfte zum neuen Tarif und
zum neuen Verbundfahrplan erteilt das AVV-Kundencenter im Augsburger
Hauptbahnhof, Montags bis Freitags, von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr oder Telefon
0821 / 15 70 00. Die
wichtigsten Neuerungen und Änderungen des Augsburger Verkehrs- und
Tarifverbundes: Hier klicken
Paartalbahn folgt Sissis Spuren
28-05-2001 Zwischen Augsburg und Ingolstadt: Superlative und
Skurritiäten sind ab Juni mit der Bahn bestens zu erreichen. Augsburg – Zum X-Large Festival nach Augsburg oder zum
Historischen Altstadtfest nach Friedberg. Quer durch das Paartal geht es am
Schnellsten mit der Bahn. Ab Juni extra bequem im Halbstundentakt mit den neuen
Fahrzeugen, den VT 642. Zum X-Large Festival in Augsburg werden über
350.000 Menschen erwartet. Das Jugendkulturevent steigt bereits zum dritten
Mal. Dieses Jahr gibt es vom 20. Juni bis 24. Juni auf dem Plärrer-Gelände satt
was auf die Ohren – 150 Bands bieten von HipHop über Punk bis Brit-Pop ein
breites Spektrum. Mit dabei: die deutschen Senkrechtstarter „Myballoon“. Extra
groß präsentiert sich das Festival auch räumlich: neben der „Center World“ mit
Livebühnen kann sich jeder Besucher in der „Sports World“ austoben. Kühl und
nass wird es dagegen in der „Water World“ im Freibad nebenan (Infos: www.x-large.de).
Historisch festlich gibt sich zwei Wochen später Friedberg bei Augsburg, das
ebenfalls an der Paartalbahn liegt. Vom 6. bis 15. Juni zeihen beim
historischen Altstadtfest Gaukler, Zauberer und Komödianten durch das Städtchen
(Tel: 0821 / 6002125 oder www.friedberger-zeit.de).
Aus Sissis Spuren begibt sich die Ausstellung „Jagen und Reiten zur Zeit der
Kaiserin Elisabeth“ im Wasserschloss bei Aichach: ab 7. Juni, Bus ab
Aichach-Bahnhof nach Unterwittelsbach-Rasthaus etwa sieben Minuten (Tel: 0821 /
502070 oder www.regio-augsburg.de) . Gänsehaut bereiten soll die „Murder &
Mystery Tour. Die einzigartige Gruselführung durch Frankensteins Geburtsort
Ingolstadt wird vom Juni bis Oktober angeboten. (Tel: 0841 / 95198306 oder www.frankenstein.at)
Neue Züge stellen Fahrplan in
Schatten Neuerungen ab 10. Juni - Erstmals ICE durch das Allgäu
22-05-2001 Augsburg/München - Weniger der Fahrplan an sich, sondern die neuen Züge, die zum Einsatz kommen
werden, stehen im Mittelpunkt des ab 10. Juni gültigen neuen Fahrplans der
Deutschen Bahn, der bis Ende 2002 Gültigkeit haben wird. Im Mittelpunkt der
Neuerungen in Bayern wird insbesondere der Raum Augsburg/Allgäu stehen, sagte der bayerische Bahnchef Hermann Graf von der Schulenburg vor der
Presse. Dort werden nahezu flächendeckend verstärkt die neuen roten Triebwagen
(VT642) den in die Jahre gekommenen Triebwagen VT628 - erkennbar am
„Wellblech“-Design - ersetzen. Vorerst keine Auswirkung auf den Fahrplan -
sprich kürzere Fahrzeiten - hat der im Herbst beginnende Einsatz der
Neigetechnikzüge von Ulm, Augsburg und München nach Kempten/Oberstdorf und
Lindau, da der für die Beschleunigung notwendige Streckenausbau erst „in den
nächsten Wochen oder Monaten“ entscheidungsreif sei. Das Gleiche gilt für den neuen Neigetechnik-ICE von München (ab 8.14 Uhr)
nach Zürich (an 12.27 Uhr) mit Halt in Buchloe, Memmingen und Lindau: Hier
bietet die Bahn den Komfort des neuen ICE (voraussichtlich zum normalen
Fahrpreis plus IC-Zuschlag), aber die bekannten Fahrzeiten, so Schulenburg.
Zurück fährt der Zug übrigens ab Zürich um 13.33 Uhr (Ankunft in München 17.48
Uhr). Etwa zwei Stunden später als bisher fährt der vor allem für Urlauber
interessante InterCity von Oberstdorf (künftig ab 11.49 Uhr) über Augsburg nach
Hamburg, bei dem sich die Fahrzeit um 48 Minuten verkürzen wird. Neu eingeführt
wird eine direkte IC-Verbindung nur an Samstagen von Berlin-Ostbahnhof (ab 7.07
Uhr) über Halle und Nürnberg nach Oberstdorf (an 16.41 Uhr) und zurück (ab 9.38,
an 19.00 Uhr). Durch einen fast zeitgleich fahrenden Nachtzug wird die
frühmorgendliche IC-Verbindung Stuttgart - München (bisher an 7.15 Uhr) ersetzt.
Neu sind außerdem in den Sommermonaten vier durchgehende Regionalexpress-Züge
von Ulm nach Regensburg und umgekehrt speziell auch für die zahlreichen
Radfahrer im Donautal.
200
moderne, bequemere, Züge für Bayern - Bahn
stellt neue Typen vor 05-05-2001 München - "Grundlegend verändern" wird sich das
Bild der Bahn in Bayern mit dem
Fahrplanwechsel im kommenden Monat. Das Unternehmen wird die Fahrgäste
nach eigenen Angaben in 200 neuen Zügen schneller
und komfortabler befördern. Am
04.05.2001 wurden vier neue Fahrzeuge in München der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben
neuen S-Bahn-Fahrzeugen im Großraum München hat die Bahn, bei
ihrer Modernisierungs-Offensive im
Freistaat ein besonderes Schwergewicht auf den
Regionalverkehr gelegt. So sollen 17
von insgesamt 38 Neigetechnik-Zügen ab Herbst im Allgäu eingesetzt werden. Da
die Strecken im südlichen Schwaben noch nicht für die kurvenschnellen,
Fahrzeuge ausgebaut wurden, können die Fahrgäste bis auf Weiteres nur den Komfort
der neuen Fahrzeuge genießen. Schneller als die alten Züge können die neuen
dort nicht fahren. Der neue feuerrote Regionaltriebzug VT 642 wird auf
kleineren Nebenstrecken eingesetzt, so zum Beispiel zwischen Augsburg und Ingolstadt
(Paartalbahn), Augsburg-Memmingen-Lindau und auf der Verbindung von Augsburg
nach Landsberg und nach Füssen. VT 605
heißt die neue ICE-Generation.Dabei
handelt es sich um einen bis zu 200 Km/h schnellen dieselgetriebenen Neigetechnik-Zug,
von dem 20 Stück für Bayern gekauft wurden.Er wird vornehmlich auf der Strecke Nürnberg-Dresden eingesetzt. Ein
Zugpaar ist für die Verbindung zwischen München und Lindau vorgesehen.Die Gesamtkosten für die Flotten - Modernisierung
beziffert die Bahn im Freistaat für dieses Jahr auf 1,3 Milliarden Mark. Nach
Angaben von Ulrich Homburg, der für den Regionalverkehr in Bayern zuständig ist,
will das Unternehmen weiter viel Geld in den Nah- und Fernverkehr investieren.
Bis 2005 sollen nach seinen Angaben insgesamt 8,5 Milliarden Mark für die
Beschaffung neuer Züge im Freistaat ausgegeben werden.
Paartallinie: CSU will Ausbau
25-04-2001 Eduard Oswald und Christian Knauer
appellieren an die Bahn Aichach/Friedberg (o).
Bei der Sitzung der CSU-Bundeswahlkreis-Konferenz
sprachen sich der Vorsitzende, Bundestagsabgeordneter Eduard Oswald, und der
CSU- Kreisvorsitzende von Aichach-Friedberg, Landtagsabgeordneter Christian
Knauer, für den weiteren Ausbau der Paartalbahn aus. Gemeinsam wollen sie sich
für die Zukunft der Linie einsetzen. "Es geht
nicht an, dass auf der wichtigen Verbindungslinie Augsburg
AichachSchrobenhausen eine Verkehrsbedienung nur auf der Straße erfolgt.
Deshalb muss weiter in die Paartalbahn invesitert werden", so Eduard Oswald und
Christian Knauer. Sorgenvoll äußerten sich die Parlamentarier über die
Entwicklung des Güterverkerhs auf der Strecke. Oswald und Knauer appellierten auf der einen Seite an die
Wirtschaft, die Bahn beim Gütertransporten stärker einzubeziehen, wie auch an
die Bahn, sich auf der Strecke um Auslastung zu bemühen. Nur so sei ein
wirtschaftlicher Betrieb möglich.
Züge halten erst ein Stück hinter dem Bahnhof
Fahrgäste mussten zuletzt zwischen
den Gleisen zurücklaufen 18-04-2001 Friedberg
- Für
Unmut sorgte in den vergangenen Wochen die Haltestelle der Paartallinie im
Friedberger Bahnhof. Aufgrund der Umrüstung auf neue Triebwagen stoppten die
Züge oft nicht am, sondern einige Meter nach dem Bahnsteig, was die Bahnkunden
dazu zwang, zwischen oder neben den Gleisen zurück zum Bahnhof zu laufen.
Ursache ist die Umstellung von den bisherigen
Zügen, die meist aus zwei von einer Lokomotive gezogenen Reisezugwägen
bestanden, auf die neuen Triebwägen VT 642, wie Günther Kofler,
Niederlassungsleiter der DB Regio Augsburg erklärte. Die sogenannten H- Tafeln,
die dem Lokführer signalisieren, wo er zu halten hat, wurden allerdings noch
nicht umgerüstet. Da der Zug jetzt eine andere Länge hat, kommen die Waggons von
Augsburg einfahrend beim Stopp an der H-Tafel nun nicht mehr im Bahnhof zum
stehen, sondern erst ein Stück dahinter. Dass die Leute deshalb so unbequem zum
Bahnsteig zurücklaufen müssen, sorgte laut Dieter Hoffmann vom Friedberger
Bahnhof schon zu "massiven Protesten, die sofort an die zuständigen Stellen
weitergeleitet wurden". "Außer dass man total
verschmutzte und oft auch nasse Schuhe bekommt, halte ich es für ältere Leute,
Mütter mit Kindern oder etwa Behinderte sehr gefährlich", heißt es in einem
Beschwerdebrief, den die Bahnkundin Hannelore Seitz aus Rederzhausen deshalb an
die Deutsche Bahn gerichtet hat. Zuständig für
die Umrüstung dieser H- Tafeln ist die Abteilung DB-Netz, an die laut Kofler
bereits ein Eilantrag gestellt wurde. Der zuständige örtliche Streckenmanager
von DB- Netz, Herbert Braun, versicherte gegenüber unserer Zeitung, er "werde
alles Nötige umgehend in die Wege leiten".
Lokführer üben schon mit dem RegioSprinter
30-03-2001 Aichach/Friedberg -
Einige Bahnkunden kennen schon das neue Paartallinienfahrgefühl: Offiziell
startet der RegioSprinter erst zum Fahrplanwechsel im Juni auf der Strecke
zwischen Augsburg und Ingolstadt durch. Doch seit einigen Wochen sind nahezu täglich
die auffallenden roten Triebwagen auf der Linie unterwegs. Bahnsprecher Dieter Thoma erklärt warum: "Wir bilden derzeit die Lokführer
auf dem VT 642 aus." Der VT 642 ist die technische Bezeichnung für den
modernen Triebwagen RegioSprinter, der ab Juni endgültig die alten und lauten
Dieselloks ablösen soll, die derzeit noch die Anwohner an der Bahnlinie mit Lärm
und Gestank belästigen. Nach mehreren Verzögerungen (Termin eins: Oktober
1999, Termin zwei: Herbst 2000) soll diesmal beim Starttermin nichts mehr
dazwischen kommen, so Bahnsprecher Thoma: "Weitere Verzögerungen sind uns
nicht bekannt." Insgesamt acht Sprinter (Stückpreis: 2,5 Millionen Mark)
werden dann auf der Paartallinie verkehren. Insgesamt investiert die Bahn also
20 Millionen Mark für die neuen Fahrzeuge. Die technischen Daten: 123 Sitzplätze
und 90 Stehplätze, zwei Motoren mit je 250 PS, bis zu 120 Stundenkilometer
schnell, 60 Liter Dieselverbrauch auf 100 Kilometer. Zum Vergleich: Die alten
Dieselloks brauchen 300 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Das Mittelteil des
Zugs ist abgesenkt (Niederflur) und erleichtert auch Fahrgästen mit Kinderwagen
und Rollstuhlfahrern den Einstieg. Die Paartallinie soll mit den neuen Zügen
eine schnelle Verbindung zwischen Augsburg und Ingolstadt schaffen. Die Strecke
gewinnt besonders nach Eröffnung der neuen ICE-Strecke München-Nürnberg an
Bedeutung. Um die Lokführer mit dem neuen Gerät vertraut zu
machen, findet derzeit die Ausbildung auf der Paartalbahn
statt. Das seien aber keine Extratouren, es sind ganz normale Fahrten im Rahmen
des Fahrplans, so Thoma. Wenn jemand unbedingt in einen RegioSprinter einsteigen
will, dann braucht er ein wenig Glück. Denn der neue Zug verkehrt nicht zu
bestimmten Fahrplanzeiten, sondern laut Bahnsprecher völlig unregelmäßig. Offizieller Start für den RegioSprinter ist beim Fahrplanwechsel im Juni.
Derzeit werden aber bereits die Zugführer an dem neuen Triebwagen ausgebildet.
Ein Solo zwischen Schalter und
Gleis 28-03-2001 Friedberg
- "Auf Gleis 1 fährt in Kürze ein die Regionalbahn nach
Augsburg", spricht Fahrdienstleiterin Nicole Brandner am Friedberger Bahnhof ins
Mikrofon. Wenn dort einer der täglich 67 Züge ein- und ausfährt, hat sie dort
alle Hände voll zu tun. Dann muss sie jemanden am Kundenschalter zunächst
vertrösten. Denn die Fahrdienstleiterin arbeitet an diesem Bahnhof als Solistin
im Schichtwechsel mit drei weiteren Kollegen. In letzter Zeit bekamen sie an ihrem Arbeitsplatz einiges Lob
von Kunden zu hören. "Viele haben gesagt: Macht weiter so", erzählt Leo Meßner,
ein weiterer Friedberger Fahrdienstleiter. Zuvor waren sich Verfasser von
Leserbriefen uneins darüber, ob die Fahrdienstleiter am Friedberger Bahnhof
höflich oder unhöflich sind. Letzteres wäre dem Pressesprecher der Deutschen
Bahn, Dieter Thoma, aus München neu gewesen. Für ihn würde Unfreundlichkeit
nicht damit zusammenpassen, dass das Friedberger Bahnhofpersonal den
Fahrkarten-Umsatz in drei Jahren verdreifacht hat. Dabei ist der Schalterdienst
eine Zusatzaufgabe für die Fahrdienstleiter. Vorrangig kümmern sie sich um die
Betriebsabläufe und um die Sicherheit der Reisenden. Was bedeutet dies in der Praxis am Friedberger Bahnhof? Nicole
Brandner erfährt auf einem Bildschirm vom nahenden Zug aus Hochzoll und meldet
diesen telefonisch in Richtung Dasing weiter. An einem
elektronischen Stellwerk ist sie für die richtigen Weichenstellungen zuständig.
Und wenn der Zug einfährt, schaut sie draußen nach dem Rechten. Dies nennt ihr
Kollege Meßner "Leben retten" und zwar vor allem dann, wenn sich zwei Züge im
Bahnhof begegnen, was in Friedberg täglich bis zu 18-mal vorgesehen ist. Dann
müssen die Fahrdienstleiter immer wieder darauf achten, dass niemand vor einem
Zug zum nächsten über die Gleise läuft. In Friedberg vereinen die Fahrdienstleiter laut Thoma aber in
einer Person zwei Tätigkeiten. Wenn sie vom Stellwerk zum Schalter wechseln,
übernehmen sie Aufgaben, für die in großen Bahnhöfen ausgebildete "Kaufleute im
Eisenbahnverkehr" zuständig sind. Durch Schulungen und mit Computer-Hilfe können
aber auch die Friedberger Fahrdienstleiter den Kunden bei den meisten Fragen zur
Bahn weiterhelfen. "Da haben wir einen Ehrgeiz entwickelt", so Leo Meßner.
Geöffnet ist der Schalter werktags zehneinhalb Stunden, am Wochenende eine
Stunde weniger. Dies ist länger als in vielen anderen vergleichbaren Bahnhöfen.
"Ein Idealfall für die Kunden in Friedberg", sagt Peter Hartl, Bereichsleiter
Betrieb der Deutschen Bahn im Raum Augsburg. Und wie steht`s mit der Höflichkeit? Leo Meßner sieht da keinen
Grund sich selber oder seinen Kollegen irgendwelche Vorwürfe zu machen. Falls
sich jemanden beschweren sollte, liegen Namenskärtchen bereit. "Denn wir stehen
dazu, was wir sagen", betont Meßner. Manchmal müssen aber die Fahrdienstleiter
auch einiges einstecken. So hat Nicole Brandner von Kunden schon nicht
druckreife Schimpfwörter zu hören bekommen. In einem Fall sieht es Meßner als
seine Pflicht an, junge Kolleginnen in Schutz zu nehmen.
Fahrdienstleiterin Nicole Brandner ist am Friedberger Bahnhof in
Doppelfunktion auch für die Schalterkunden wie Helmut Wiebel zuständig.
Paartalbahn statt B300
20.02.2001 Die Paartalbahn von Augsburg über Aichach nach Ingolstadt
soll nach dem Willen der Initiative MAI-Verkehr (München-Augsburg-Ingolstadt) in
Zukunft verstärkt für den Güterverkehr genutzt werden. Zu diesem Zweck
unterzeichnete am Dienstag mittag Wirtschaftsreferent Johannes Hintersberger
einen Vertrag mit der Augsburger Süddeutschen Consultans GbR über ein
Pilotprojekt. Dabei soll nach Aussage von Stefan Blaas von den
Süddeutsche Consultants in drei Phasen ein konkreter Businessplan erstellt und
realisiert werden. Bereits im März wird eine Analyse den Bedarf der anliegenden
Industriebetriebe und die Dienstleistungsmöglichkeiten der betroffenen Bahnen
klären. Dabei sollen neben den klassischen "schienenaffinen" Gütern wie Öl, Holz
und Papier auch sogenannte Kaufmannsgüter als neuer Markt für die Bahnen
erschlossen werden. Nach Angaben von Manfred Mahnkopf von der MAI besteht das
Problem weniger darin, eine ausreichende Auslastung mit Gütern zu produzieren,
sondern vielmehr die Hersteller dazu zu bringen, ihre Güter per Bahn zu
verschicken. In der zweiten Phase des Projekts soll dann nach
Kooperationsformen gesucht und das Zusammenspiel der Bahnen in der Region
ausgeklügelt werden. Wichtig ist hier vor allem, festzustellen, welche
Transportlösungen die Bahnen rentabel anbieten können und welche nicht. Als
Endergebnis wird dabei der endgültige Businessplan erarbeitet. Diese Phase soll
im Frühsommer 2001 anlaufen. Als Abschluss des gesamten Projektes ist in der
dritten Phase geplant mit einem Pilotkunden den Probebetrieb aufzunehmen. Dieses
"Event" soll nach Angaben Hintersbergers im Zeitraum der Sommerferien
stattfinden. Im Herbst könnten dann die Ergebnisse präsentiert und ausgewettet
werden. Durch das Projekt hoffen die Initiatoren zum einen die
Verkehrswege, vor allem die B 300, vom LKW-Verkehr zu entlasten und zum anderen
die Regionalbahnen und das Güterverkehrszentrum stärken zu können. Die Kosten
belaufen sich laut Hintersberger auf 100.000 Mark. 75 Prozent davon trägt das
bayerische Wirtschaftsministerium, den Rest übernehmen die Teilnehmer der
Initiative, also die anliegenden Städte, die Bahnen und die MAI.
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